Zug kollidierte in Griechenland mit Lkw: Drei Todesopfer - mehrere Schwerverletzte

Lastwagenfahrer übersah offenbar Warnsignal

Zug kollidierte in Griechenland mit Lkw: Drei Todesopfer - mehrere Schwerverletzte

Bei der Kollision eines Lastwagens mit einem Schnellzug sind am Sonntagabend in Griechenland drei Menschen ums Leben gekommen und 47 verletzt worden. "Es gibt drei Tote. Es handelt sich um zwei Männer und eine Frau", teilte ein Sprecher des Krankenhauses der Stadt Drama am Montag im Fernsehen mit.

Bei dem Unglück an einem Bahnübergang starben der Lastwagenfahrer, der den Unfall nach ersten Angaben verursachte, und zwei Insassen des Zuges. "Es war ein äußerst ungewöhnlicher Unfall. Der Lastwagen rammte den Zug und nicht umgekehrt", sagte ein Augenzeuge im Fernsehen. Der Zug fuhr von Thessaloniki nach Alexandroupolis.

Das Unglück ereignete sich laut Feuerwehr an einem Bahnübergang mit automatischen Schranken rund vier Kilometer vor dem Bahnhof der nordgriechischen Stadt Drama. Nach Angaben der griechischen Eisenbahn war der Intercity mit etwa 100 Passagieren von der Hafenstadt Thessaloniki nach Alexandroupolis ganz im Osten des Landes unterwegs.

Der Fahrer des mit Kartoffeln beladenen Lastwagens habe offensichtlich ein Warnsignal übersehen und anschließend versucht, den Bahnübergang mit seinem Fahrzeug zu überqueren, während der Zug vorbeifuhr. Dabei kollidierte der Lastwagen mit dem Zug, der erste und zweite Waggon entgleisten und kippten um. Der Lastwagen brannte nach dem Zusammenstoß aus.

Experten der Eisenbahn sagten im Radio, die Schranken hätten richtig funktioniert. "Der Unfall ist auf einen tragischen Fehler des Lastwagenfahrers zurückzuführen. Er hat die Verkehrsregeln nicht eingehalten", sagte ein Eisenbahnsprecher im Radio. Gerichtsmediziner sollen untersuchen, in welchem Gesundheitszustand der Fahrer des Lastwagens war. Zudem seien Experten für Spurensicherung der Polizei aus Athen nach Drama entsandt worden.

Die Feuerwehr musste schweres Gerät einsetzen, um rund ein Dutzend Passagiere aus den beiden entgleisten und umgekippten Waggons zu befreien. 24 der Verletzten mussten zunächst im Krankenhaus bleiben. Es bestehe aber in keinem Fall mehr Lebensgefahr, sagte ein Krankenhaussprecher. Am Ostermontag konnte die West-Ost-Verbindung der Eisenbahn in der nordgriechischen Provinz Mazedonien wieder geöffnet werden, wie das Fernsehen zeigte.

Der größte Teil der griechischen Eisenbahn ist veraltet. Zahlreiche Bahnübergänge behindern den Verkehr. Erst im März dieses Jahres waren drei Menschen bei einem ähnlichen Unfall in Nordgriechenland ums Leben gekommen.

(apa)