Zufriedenheit beim Nationalteam nach 1:1:
'Haben Probleme, aber auch Luxusprobleme'

Herzog resümiert nach Test gegen Nigeria positiv Stranzl von 3-5-2 enttäuscht - Kienast glücklich

Spieler und Betreuer der Nationalmannschaft nahmen das 1:1 im vorletzten Test vor der EURO mit gemischten, größtenteils aber positiven Gefühlen auf. Vor allem in der Defensive gewannen alle Beteiligten gegen die in Graz betont offensiv agierenden Nigerianer Aufschlüsse.

"In der ersten Hälfte haben wir hinten mit viel Risiko mit drei Verteidigern gegen drei Stürmer gespielt, wir haben die Überzahl im Mittelfeld aber nicht ausnützen können", resümierte Teamchef-Assistent Andreas Herzog. "In der zweiten Hälfte mit dem 4-4-2 ist es wieder viel bessergegangen."

Insgesamt gesehen überwogen beim ÖFB-Rekordinternationalen aber die positiven Aspekte. "Wir haben hier und da kleine Probleme", meinte Herzog, gab aber zu bedenken: "Teilweise haben wir auch Luxusprobleme. Wenn man etwa die Innenverteidiger anschaut, da haben wir mindestens drei - und die anderen, die hinten dranstehen, sind auch gut. Im Vergleich zu vor ein, zwei Jahren ist der Kader sehr groß und von hoher Qualität. Wir verfügen auch über ganz andere Variationsmöglichkeiten."

"Müssen locker drauflos spielen"
Herzog verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, "dass sich die Burschen aus Respekt vor der EURO nicht in die Hosen machen. Das ist eine einmalige Chance, sie müssen locker drauflos spielen. Wir haben nichts zu verlieren, weil uns in ganz Europa keiner etwas zutraut."

Martin Stranzl, der nach der Auswechslung von Andreas Ivanschitz die Kapitänsschleife übernommen hatte, zeigte sich "nicht ganz zufrieden" und begründete: "Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Das System gefällt mir prinzipiell gut, heute ist es uns aber nicht ganz gelungen. Wir haben unsere Überzahl im Mittelfeld nicht genutzt. Nach der Umstellung in der zweiten Hälfte (4-4-2, Anm.) ist es aber besser gelaufen. In der letzten halben Stunde haben wir besser und schneller kombiniert. Da hat Nigeria nicht viel nach vorne gezeigt."

Der Legionär in Diensten Spartak Moskaus sah aber keinen Rückschlag. "Ich denke gar nicht mehr daran, ob das jetzt ein Schritt vor oder zurück war. Jetzt gilt es nur noch, die Feinabstimmung zu finden und mit Vollgas ins erste Spiel zu gehen."

"Sind direkt aus Vorbereitung gekommen"
"Wir sind direkt aus der Vorbereitung gekommen, für das war es ganz gut", befand der im defensiven Mittelfeld aufgebotene Jürgen Säumel. "Es war wichtig, dass wir ein frühes Tor gemacht haben, dann sind wir leider zurückgefallen. In der Schlussphase sind wir sehr kompakt gestanden. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden."

Keine lauten Jubeltöne schlug Roman Kienast, der Österreichs Tor schoss, an. "Ich habe mein Bestes gegeben und mein Tor gemacht", sagte der Norwegen-Legionär. "Der erste Treffer im Team ist natürlich ein sehr gutes Gefühl, aber es ist überhaupt ein gutes Gefühl, für eine so starke Mannschaft zu spielen. Natürlich war die Konkurrenz groß, aber ich habe mich ganz gut gemacht."

Joachim Standfest, der erst im Mittelfeld, dann in der Viererkette agierte, war überzeugt, "dass wir am Anfang recht gut gespielt haben, da hat alles gepasst. Dann haben wir etwas den Faden verloren. Das war dann fast etwas zu risikoreich. Die haben dann sehr oft eine 1:1-Situation gehabt." Zufrieden zeigte er sich mit den zweiten 45 Minuten: "Wenn man da keine Chance zulässt, dann hat man schon etwas erreicht."

(apa/red)

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