Zu viele Spekulanten verderben den Kakao:
Schokolade-Fans droht eine Preiserhöhung

Kostenanstieg belastet die Hersteller von Schokolade Höhere Preise für Konsumenten 'nicht auszuschließen'

Zu viele Spekulanten verderben den Kakao:
Schokolade-Fans droht eine Preiserhöhung © Bild: APA/dpa/Kneffel

Kakao lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen - auch Spekulanten haben am braunen Gold Geschmack gefunden. Weil ein Hedgefonds in London rund sieben Prozent der weltweiten Produktion in seine Finger bekam, hat der Preis ungeahnte Höhen erklommen. Das trifft nicht nur Schokoladehersteller hart, sondern könnte auch heimische Geldbörsen belasten.

"Börsenkurse sind wie Sportwagen. Wer sie beherrscht, macht das Rennen", sagt schon eine Börsenweisheit. Die hat sich der Londoner Hedgefonds Armajaro offenbar besonders zu Herzen genommen: Binnen weniger Stunden sichert sich der Investor 240.100 Tonnen Kakaobohnen - ein Siebentel der weltweiten Produktion. Sofort steigt der Preis auf den Spitzenwert von 2.700 Euro pro Tonne. Nun kann der findige Investor wieder verkaufen - und damit beträchtliche Gewinne einstreifen.

Ein dreistes Unterfangen, das längst kein Einzelfall mehr ist. Wie ein Blick auf die vergangenen Wochen und Monate bestätigt, ist der Kakaopreis auf Rekordjagd. "Noch vor ein paar Jahren waren wir bei 1.500 Euro pro Tonne. Heute sind wir bald bei 3.000. Das ist schon sehr belastend", klagt Karin Höfferer, Sprecherin vom Wiener Süßwarenhersteller Manner gegenüber NEWS.at.

Droht Preiserhöhung im Geschäft?
Die Verdoppelung des Preises binnen kurzer Zeit sorgt bei den Schokoladeherstellern längst für Kopfzerbrechen. "Die Lagerbestände sind ausreichend", versichert Höfferer zwar, aber langfristig lassen sich kaum seriöse Prognosen treffen. Am Ende könnte wieder einmal der Kunde die wilden Spekulationen beim Kakaopreis ausbaden. Höfferer dazu: "Derzeit gibt es keine Pläne. Aber auszuschließen ist das nicht."

Speziell, weil Analysten in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verteuerung des Kakaos rechnen. Nachdem der Armajaro-Coup heftige Kritik gegen die Londoner Börse nach sich zog, konnte der Kakaopreis auf den Märkten kurzzeitig zwar wieder gedrückt werden - aber der Höhenflug dürfte nur kurz unterbrochen sein. Experten rechnen damit, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Preis die 3.000-Euro-Marke durchbrechen wird.

Nicht unwahrscheinlich ist, dass das schon heuer passiert: Sobald das Weihnachtsgeschäft die Nachfrage nach Schokolade wieder ankurbelt, werden die Lagerbestände rasch geleert sein. Spätestens dann wird die Verknappung des Kakaoangebots zum Tragen kommen und die Spekulanten kommen voll auf ihre Kosten. Nur die Konsumenten dürften wieder in die Röhre schauen - und sich auf höhere Preise einstellen.
(mei)

Kommentare

Rohstoffbörse Spekulanten Und genau aus diesem Grund gehören die Spekulanten mit entsprechenden Gesetzen in ihre Schranken verwiesen. Und dem Konsumenten muss es ermöglicht werden, solche Fondsmanager auf Schadenersatz zu verklagen.

einfach keine Schokolade mehr kaufen Dann pfeif ich eben auf die Schokolade...Ich hoffe andere machens auch. Man muß es den Herrn Spekulanten halt schwer machen. Preis zu hoch nicht kaufen...aus Basta

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