"Zu schön, zu jung und zu intelligent":
Hämische Kommentare nach Grasser-Show

Peinliche "Fanpost-Affäre" wird zum Hit auf YouTube Auch ORF jubelt: Rekordquote für "Im Zentrum"

"Zu schön, zu jung und zu intelligent":
Hämische Kommentare nach Grasser-Show © Bild: ORF/Milenko Badzic

Auch zwei Tage nach seinem fast schon legendären Auftritt in der ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum" bleibt Karl-Heinz Grasser weiterhin das Thema auf den heimischen Stammtischen und in den sozialen Netzwerken im Internet. Während man sich am Küniglberg über einen neuen Quotenrekord freut (durchschnittlich 660.000 Seher zappten am Sonntag zur Grasser-Show im ORF), wird andernorts heftig über die Besetzungspolitik des ORF und Grassers peinliche "Schmalzattacke" debattiert.

Laut den Grünen habe Grasser seine Teilnahme an der "Im Zentrum"-Diskussion nämlich davon abhängig gemacht, dass die Aufdecker in der Causa Grasser, etwa die Grünen-Abgeordneten Gabriela Moser und Peter Pilz oder "Falter"-Journalist Florian Klenk, nicht eingeladen werden. Dies wäre "ein inakzeptabler Verstoß gegen das ORF-Gesetz", schrieb Grünen-Mediensprecher Dieter Brosz in einer Aussendung. Brosz fordert nun eine Antwort vom interimistischen ORF-Informationsdirektor Alexander Wrabetz.

Diese blieb jedoch vorerst aus: Dafür wies "Im Zentrum"-Chef Robert Stoppacher die Kritik der Grünen im "Kurier" zurück: "Bei uns kann niemand Bedingungen stellen. Es ist auch vom zeitlichen Ablauf her gar nicht möglich. Wir hatten Filzmaier, Jarosch und Rosam bereits eingeladen, die Zusage von Herrn Grasser kam erst am Freitag gegen 18 Uhr." Ein externer Journalist wäre bei dieser Diskussion nicht notwendig gewesen, so Stoppacher gegenüber der Zeitung. Moderatorin Ingrid Thurnher sei zudem "hervorragend gebrieft" gewesen und hätte die "exakt richtigen Fragen gestellt".

Update: Nun hat auch ORF-General Wrabetz auf die Anschuldigungen der Grünen reagiert: Die Zusammensetzung der "im Zentrum"-Diskussionsrunde sei nach "journalistischen Kriterien getroffen worden. Von der Redaktion wurde entschieden, keine parteipolitische Runde zu wählen, sondern Karl-Heinz Grasser mit Kritikern und Experten aus verschiedenen Bereichen zu konfrontieren. Dem Objektivitätsgebot wurde auch mit diesem Konzept zweifellos entsprochen", so Wrabetz in einer Stellungnahme auf "derstandard.at". Den Vorwurf des Verstoßes gegen das ORF-Gesetz wies der ORF-General zurück: "Alle drei Diskutanten haben sich in kritischer Form mit dem Thema auseinandergesetzt. Die von Ihnen angesprochenen Abgeordneten zum Nationalrat, Gabriela Moser und Peter Pilz, kamen in der Vergangenheit oft in Sendungen des ORF zu den Vorwürfen gegen Herrn Grasser zu Wort, ebenso zahlreiche andere Abgeordnete verschiedener Parteien. Es wird sicher in der Zukunft Gelegenheiten geben, die Causa mit Vertretern politischer Parteien zu diskutieren."

Pröll: "Behörden haben zu handeln"
Auch Finanzminister Josef Pröll (V), hat die Affäre Grasser mittlerweile kommentiert, wenn auch sehr distanziert. In Zusammenhang mit Grassers Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erwartet sich Pröll von den Finanzbehörden, dass sie unabhängig von der Person "strikt alle Gesetze vollziehen". Die Behörden hätten zu handeln, so Prölls knappe Antwort auf eine entsprechende Frage am Rande einer Pressekonferenz. Grasser selbst meinte dazu "Im Zentrum" nur knapp: "Es tut mir leid, dass mir das passiert ist".

"Zu schön, zu jung, zu intelligent"
Glaubt man Grasser, wird ihm trotz aller Vorwürfe und Kritik nach wie vor große Bewunderung zuteil. "Sie sind für diese abscheuliche Neidgesellschaft zu jung als Finanzminister gewesen, zu intelligent, zu gut ausgebildet, aus zu gutem wohlhabenden Haus, zu schön und was für alles der Punkt auf dem i ist: auch noch mit einer schönen und reichen Frau verheiratet", zitierte Grasser in der Sendung aus einem Brief, den ihm angeblich ein weiblicher Fan zukommen ließ. In diversen Foren und sozialen Netzwerken im Internet wird diese "Schmalzattacke" mit hämischen Kommentaren quittiert. "Fremdschämen im Ausmaß eines Mörtel Lugner", löste der Brief etwa bei Twitter-User PaulOchsenhofer aus. Was die "Fanpost-Affäre", die auf YouTube bereits über 37.000 Klicks erzielt hat, noch skurriler macht: Offenbar entstammt der Brief der Feder des "Krone"-Hauspoeten Wolf Martin. Dieser reimt den Ex-Finanzminister bekanntlich seit Jahren in den Himmel. Am 30. November 2006 dichtete Martin etwa: "Ein Land kann's leisten sich mitnichten, / auf seinen Besten zu verzichten. / Drum hört nicht auf den Ruf der Hasser! / Verzichtet nicht auf unseren Grasser!"

Neuer Hype vorprogrammiert
Auch die Wiener Kabarett-Combo maschek hat sich nun auf den Bewundererbrief gestürzt und ihn dem italienischen Premier Silvio Berlusconi, ebenfalls ein großes Unschuldslamm, in den Mund gelegt. Das Video dazu gibt es hier zu sehen. Nach den Grasser-Movies und den Grasser-Songs ist der nächste Satire-Hype um KHG somit vorprogrammiert.

(red)

Kommentare

Narziss(en)-Fest in Bad Aussee Wenn man den Spatzen zuhört, die von den Dächern pfeifen, dann ist heuer der der derzeit bekannteste und meist belächelte Narziss als Ehrengast beim Narzissenfest in Bad Aussee geladen. Vielleicht macht er auch das Rennen bei der Wahl der Narzissen-Königin. Wenn ja, dann gibt es erstmals einen Narzissenkönig im Salzkammergut. Von dort schreitet dann vielleicht unsere
Majestät zur Errichtung einer absoluten Narzissen-Monarchie in ganz Österreich.

heuteneu melden

Quotenhit Was uns Gebührenzahlern vom ORF geboten wurde, war sagenhaft. Völlig losgelöst von der Person Grasser möchte ich schon bemerken, dass es etwas eigenartig anmutet, wenn man die Seher für so blöd verkauft, dass man ihnen einen "Fachmann" unterjubelt, der ja so gar nichts mit Parteien zu tun hat. So ein Schwachsinn - Hr. Rosam als Komunikationsguru und verbandelt mit der SPÖ, dass es nur so rauscht, beherrscht die primitivsten Regeln der Kommunikation nicht !Grasser anzugreifen und dabei Frau Turnherr anzuschauen, wer hat ihm denn das beigebracht?? Jedes kleine Kind lernt, dass man seinem Gesprächpartner in die Augenschaut, aber Hr. Rosam, nein der macht das nicht. Ist er böse auf den Hr. Grasser weil er ihn nicht mitverdienen hat lassen, dem ist er ja, wie man so liest, nicht abgeneigt.

ulysses007 melden

Re: Quotenhit / DDDDDDDDDDDDr.Rosam sehr richtig beobachtet. DDDDDDDr. Rosam ist auch so ein Großsprecher vor dem Herrn. Volle Auftragsbücher für den selbsternannten Kommunikationsprofi - a Kärntner Netzwerker holt - mehr is a nit und kaun a nit mehr. Der Zustand in unserem Land ist unerträglich. Solche Pflaumen wie Rosam auch noch in die Sendung einzuladen ist ja der pure Schwachsinn !

mfp7764 melden

ZU SCHÖN??? DIESER EINGEBILDETE FAZKE-WAS GLAUBT ER WER ER IST.EIN HAMPELMAN SEINER FIONA SONST NICHTS

strizzi49 melden

Re: ZU SCHÖN??? Hugh! Der blanke Neid hat gesprochen !!!

ORF- Leute waren zu schwach und zu dumm ! Grasser durfte eine Show abziehen,ich glaube der Wrabetz hat auch mit den Grasser mitgeschnitten !

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Jetzt haben wir schon zwei National-Kasperl Wenn wir noch einige Figuren dazu bekommen, kann man in Wien neben dem Burgtheater und der Staatsoper noch ein
Bundes-Kaperltheater am Ring aufmachen.

Berndorferbaer melden

Re: Jetzt haben wir schon zwei National-Kasperl wieviel brauchs\'t denn? streifs ein, wennst beim parlament vorbeigehst. dein problem wird sein: die werden sich um die kasperlrolle streiten, soviel sind dort zu hause. ich hab mir die sendung auch gegeben, ich sag nocheinmal, leute, wenn dem nichts nachzuweisen ist, gute nacht österreich. der verklagt die republik, bis zum schwarz werden. um was, um unser steuergeld, welches ich ihm bestimmt nicht nachwerfe.

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cleverer Junge fesch , gebildet,ein Narziss eben,fallen wird er dennoch - über die Machenschaften seiner gierigen Freunde.

keinbrauner melden

Re: cleverer Junge Und er ist nicht gierig?

Es ist Faschingszeit Ich habe ungefähr nach der Halbzeit die Sendung abgedreht. Es ist Zeitverschendung dem Selbstmitleidstiraden des Polit-Clowns und Blenders länger zuzuhören.
Es haben einige Top-Journalisten gefehlt, die mit dem Clown Tacheles gesprochen hätten.

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ja leider........ lebt Alfred Worm nicht mehr !! Dieser hätte alle ich meine wirklich ALLE Korruptionen seit dem Jahr 2000 aufgedeckt und da glaube ich wäre unsere politische Landschaft um dutzende Polit, - Aufsichtsrats- und Direktorenköpfe kleiner ...........

deauville002 melden

Re: ja leider........ Alfred Worm hat doch auch nur dass aufgedeckt:!!! was von gewissen Stellen verlangt wurde.
Hat dafür.......... und lebt ganz gut damit und davon.

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Re: ja leider........ ... und lebt ganz gut davon ...
Der war gut :D

Grasser Vielleicht bekommt ja der reiche Schönling nach der Veröffentlichung der WikiLeaks Akten eine Partnerzelle mit Hr. Elsner.

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zu jung.... "zu jung als Finanzminister gewesen, zu intelligent, zu gut ausgebildet, aus zu gutem wohlhabenden Haus, zu schön..."
Ich meine, ich sehe seit vielen, vielen Jahren derartige Sendungen nicht mehr an und schon gar nicht im ORF. Auch diese Sendung habe ich im Programm gar nicht registriert. Aber bevor ich mir so eine Sendung mit Herrn Grasser ansehe, schaue ich lieber das Dschungelcamp an. Dort ekelt es mich weniger!

deauville002 melden

Re: zu jung.... Für Menschen deines IQ ist es eh viel bessere wenn Du dir den Dschungelcamp ansiehst.

keinbrauner melden

Re: zu jung.... noch besser als das Dchungelcamp, die Kronen-Zeitung lesen. Einfach gestricht und Einseitig.

strizzi49 melden

Re: zu jung.... Mein Gott! Noch so ein scheinheiliger Moralapostel !!!

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