Zu wenig Betreuer: Stadt Wien will mehr homosexuelle Paare zu Pflegeeltern machen

Strache: "Wahnwitziges Modell" von "Alt 68ern"

Die Stadt Wien will homosexuelle Paare als Pflegeeltern gewinnen. Derzeit versorgen 349 Familien rund 450 Pflegekinder. Weil es jedoch an Betreuern mangelt, sind weitere rund 680 Wiener Kinder in den Bundesländern untergebracht. Um diesen Umstand zu beheben, hat die Stadt eine Kampagne gestartet, mit der man vor allem homosexuelle Paare und Alleinerziehende motivieren will, Pflegeeltern zu werden.

Bereits jetzt gebe es einige wenige homosexuelle Lebensgemeinschaften in Wien, die Pflegekinder bei sich aufgenommen hätten, so Daniela Attwood von der zuständigen Magistratsabteilung 11 im APA-Gespräch. Mit der neuen Kampagne wolle man hier ein Signal setzen und deren Zahl ebenso wie die der im Programm tätigen Alleinerziehenden deutlich steigern. Unter dem Motto "Wir bringen das zusammen" werden Plakate, Inserate und Straßenbahnaufkleber eingesetzt.

Pflegemamas und - papas kommen dann zum Einsatz, wenn in problematischen Familiensituationen niemand die Erziehung eines Kindes verantworten kann. Mangelware sind dabei in Wien vor allem Plätze für ältere Kinder ab drei Jahren, da diese "einen größeren Rucksack" mitbrächten, so Attwood.

Den gesuchten Pflegeeltern muss von Anfang an bewusst sein, dass sie möglicherweise nur vorübergehend Wegbegleiter des Kindes sind. Zwar bleiben 80 Prozent der Pflegekinder bis zur Volljährigkeit in den Pflegefamilien, der Kontakt zu den leiblichen Eltern muss aber jederzeit weiter bestehen.

Wiener FPÖ droht mit "Gegenkampagne"
Der Plan der Stadt Wien stößt bei der FPÖ auf erbitterten Protest. Parteichef Heinz-Christian Strache kündigte in einer Aussendung an, eine entsprechende Gegenkampagne zu inszenieren, sollte die zuständige Magistratsabteilung 11 nicht von ihrem "wahnwitzigen Modell" abrücken.

"Offenbar wollen ein paar wild gewordene Alt-68er unter der Federführung von Stadträtin Grete Laska ihre Vision von der Zerschlagung gewachsener, gesellschaftlicher Strukturen weiter vorantreiben", konstatierte der FP-Obmann. Dadurch sollten die Österreicher wohl darauf vorbereitet werden, dass homosexuelle Lebensgemeinschaften mit der heterosexuellen Ehe gleichgestellt würden, vermutete er. Kindererziehung, Kindesbetreuung und Adoption müssten jedoch heterosexuellen Paaren vorbehalten bleiben, so Strache.

Er forderte deshalb von SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl ein "klares Njet" gegen die "Sozialutopien" von Stadträtin Laska. Die "biologisch strukturierte Form des heterosexuellen Zusammenlebens" werde durch diesen ideologischen Irrweg ad absurdum geführt. (apa/red)