Zu schlecht für den Arbeitsmarkt: Jugend
hat einen schweren Qualifizierungsnotstand

AK-Präsident Tumpel fordert massive Investitionen Ausgaben können am Ende zur Sanierung beitragen

Zu schlecht für den Arbeitsmarkt: Jugend
hat einen schweren Qualifizierungsnotstand

Sie sind jünger als 25 Jahre und auf Jobsuche? Dann sind Sie in zahlreicher Gesellschaft. Denn die Arbeitslosenquote bei 15- bis 24-Jährigen ist selbst in Zeiten des Aufschwungs doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosigkeit. Das muss sich nun endlich ändern, findet Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel. Gefordert wird ein millionenschweres Maßnahmenpaket, das der Jugendarbeitslosigkeit den Garaus machen soll. Im Mittelpunkt steht dabei die Ausbildung. Denn laut Tumpel mangelt es den Jugendlichen vor allem an einem: Qualifikation.

150.000 Jugendliche zwischen 15 uns 24 Jahren haben laut Arbeiterkammer (AK) einen akuten Qualifizierungsbedarf. "Hier muss rasch gehandelt werden, damit die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen nicht noch weiter ansteigt", forderte AK-Präsident Herbert Tumpel.

Handeln bedeutet auch Geld ausgeben. Das allerdings würde sich laut Tumpel in jedem Fall rechnen: In einer Modellrechnung rechnet die AK vor, dass sich Investitionen in Höhe von 375 Millionen Euro bereits nach drei Jahren rechnen würden. Über zehn Jahre ergäben sich sogar Mehreinnahmen von bis zu 240 Millionen Euro - sofern Qualifizierungsmaßnahmen zügig angegangen werden.

Beitrag zum Budget
"Diese Investition ist also nicht nur ein Beitrag, um die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen zu bekämpfen, sondern ist auch noch gut fürs Budget", lässt Tumpel wissen: "Die Berechnung zeigt eindrucksvoll, dass Sparen an dieser Stelle völlig falsch wäre und dass Investitionen in Zukunftsbereiche auf Dauer mehr bringen."

Notwendig für jegliche Investitionen wäre allerdings in jedem Fall auch ein Eingriff ins Schulsystem: Laut AK dürfe mit Bildungsreformen nicht weiter zugewartet werden. Denn nur so kann der Jugendarbeitslosigkeit der Kampf angesagt werden.

(apa/red)

Kommentare

Qualifizierung Als Steuerzahler legt man schon genug Geld für ein veraltetes Schulsystem, welches kaum mehr den heutigen Anforderungen des Arbeitsmarktes und der wirtschaftlichen Notwendigkeiten entspricht. Und anstelle einer Totalreform dieses alten Schulsystems von Schulbildung hin zu Wissensvermittlung und damit Qualifizierung der Jugendlichen für den österreichischen und internationalen Arbeitsmarkt, will man jetzt weitere Millionen für \'Qualifizierungsmaßnahmen\' ausgeben. Was für ein Schwachsinn.

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Es wundert mich nicht dass das Bildungsniveau immer weiter sinkt. Seit Beginn des Schuljahres fahren regelmässig in der früh Schulklassen von NÖ nach Wien und machen dort irgendwelche Ausflüge. Zu meiner Schulzeit gab es ein mal im Jahr einen "Wandertag" und sonst wurde gelernt. Anscheinend ist aber der Lehrstoff so wenig, dass man ständig mit den Schülern "umhergondeln" kann. Auch das Lehrpersonal ist sowas von unfähig. Denen sieht man die Dummheit schon von der Ferne an. Wie soll so was gscheits aus den Kindern werden??
Deshalb zurück zu den Schulmethoden der 70er und 80er, wo noch wirklich auf Bildung und Disziplin geachtet wurde. Damals ist aus den meisten Jugendlichen etwas geworden.

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Re: Es wundert mich nicht Zunächst gratuliere ich Ihnen, dass sie 120 000 Österreicher / Innen die Dummheit von der Ferne ansehen. (soviele Lehrer sind derzeit "in Amt und Würden"). Zweitens ohne Ihnen nahetreten zu wollen haben sie entweder keine schulpflichtigen Kinder mehr oder sind schon lange mit dieser Materie nicht mehr betraut. Es sind die moderne Pädagogik bez. unsere so tollen Bildungsexperten, die die Fungesellschaft fördern und fordern.
Weiters möchte ich anmerken dass Eltern bez. die Gesellschaft einiges Erzieherisches komplett vernachlässigt hat:
ARBEITSHALTUNG und das Wort NEIN.
Die meisten Postings gehen aber den Weg des geringsten Widerstandes: Die Schule ist schlecht, die Lehrer Faulsäcke, Hauptsache wir als Gesellschaft können unser erzieherischen Pflichten abschieben (Kindergarten-Uni)

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Der letzte Absatz sagt in einem kleinen Ansatz das aus, worum es wirklich geht. Die Schüler werden nicht mehr zum Lernen angehalten, die Abschlusszeugnisse sind entsprechend katastrophal. Wie soll man Jugendlichen einen Beruf beibringen, wenn sie nicht mal die Grundrechnungsarten und ordentlich schreiben können?
Ich betone, dass dies natürlich nicht für alle jungen Menschen gilt. Aber die meisten, die in überbetrieblichen Ausbildungen stecken, sind das Lernen überhaupt nicht gewohnt und es interessiert sie auch nicht.

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Re: Der letzte Absatz Ja, die schlecht qualifizierten finden keine Jobs.
Und im Bildungsbereich kann und soll sich vieles ändern.

Aber ob deswegen die (auch von der mehrheitlich roten AK!) so gepriesene Gesamtschule die ultima ratio ist?

Mir kommt das irgendwie so vor:
Wir schleifen im Sinne sozialistischer Gleichmacherei alle auf das selbe (miese) Niveau ab. Wenn dann alle gleich "gut" (schlecht?) für den Arbeitsmarkt qualifiziert sind, dann hat die Wirtschaft keine Wahlmöglichkeit mehr und muss diese Leute einstellen.

Ob das wirklich die Zukunft ist, die wir für den wirtschaftsstandort Österreich wollen sollten?

tomastek melden

@BadLieutenant Sozialischtische Gleichmacherei? Im heutigen Schulsystem, dass von der ÖVP seit mind. 15 Jahren so gewollt ist, soll sich deiner Meinung nach nichts ändern? Wo man hinlänglich - wenn man sich mit der Materie beschäftigt - weiss, dass so ziemlich alles im Argen liegt? Der Vergleich mit dem Ausland kann liefert doch genug Praxis wie es sein sollte!

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Re: Der letzte Absatz Bitte GENAU lesen ... siehe zweiter Satz meines vorigen Postings.

Nur weil ich der Meinung bin das sich etwas ändern soll heisst das aber noch lange nicht, dass man von einem Extrem in ein anderes fallen muss.

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