Zu geringer Abstand oft Schuld an Unfällen: Kaum Rücksicht für Vordermann vorhanden

25 Prozent aller Unfälle in Österreich sind "Auffahrer" Müdigkeit kann die Reaktionzeit stark verlängern

Zu geringer Abstand oft Schuld an Unfällen: Kaum Rücksicht für Vordermann vorhanden

Weniger als acht Zehntelsekunden - das ist der Abstand, den rund ein Viertel der österreichischen Pkw-Lenker auf Autobahnen bei 130 km/h zum Vordermann hält. Konkret bedeutet das: Wenn der vorausfahrende Fahrer eine Vollbremsung machen muss, prallt jemand mit einem derart geringen Abstand mit einer Restgeschwindigkeit von rund 40 km/h auf den Vordermann!

"Ist die Reaktion auf Grund von Müdigkeit bis auf zwei Sekunden verlängert, liegt die Aufprallgeschwindigkeit bei fast 100 km/h - das endet in den meisten Fällen tödlich", sagte Kuratorium für Verkehrssicherheit-Direktor Othmar Thann. Wer als Lenker auf sich selbst, auf die Insassen und die anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen will, sollte bei Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h einen Abstand von mindesten drei Sekunden einhalten. Alles was darunter liegt, endet meist mit einem Auffahrunfall. Zur Erklärung: 0,2 Sekunden entsprechen bei 130 km/h etwa 7,2 Meter oder eineinhalb Autolängen.

1/4 der Unfälle sind Auffahrer
Die Zahlen sprechen Bände: Von Jänner bis Dezember 2006 wurden auf Österreichs Straßen 9.776 Auffahrunfälle mit 13.723 Verletzten gezählt, was etwa einem Viertel aller Unfälle mit Personenschaden und Verletzten in diesem Zeitraum entspricht. 50 Menschen wurden dabei getötet. Besonders deutlich wird das unglückliche Zusammenspiel von geringem Abstand und hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn: Rund 46 Prozent der von Jänner bis Dezember 2006 gezählten 2.231 Unfälle auf Autobahnen waren Auffahrunfälle, 20 der 80 auf Autobahnen getöteten Menschen waren darin verwickelt. "Mehr gegenseitige Rücksichtnahme würde in diesem Fall sicherlich zu einer erheblichen Reduktion der Unfallzahlen beitragen", meint Thann. (APA/red)