Zogajs kehrten wieder zurück: Familie
landete am 24. November in Schwechat

Weiters Schicksal der Familie ist noch ungewiss Volkshilfe: Sie wollen in Ruhe gelassen werden

Zogajs kehrten wieder zurück: Familie
landete am 24. November in Schwechat © Bild: APA/Privat

Die im Sommer in den Kosovo ausgereiste Familie Zogaj ist am 24. November wieder nach Österreich zurückgekehrt. Mutter Nurie Zogaj und ihre drei Kinder Albin (11), Albona (10) und Arigona (18) sind nicht wie erwartet mit dem Auto, sondern mit dem Flugzeug nach Österreich gekommen. Kurz nach 14.00 Uhr landete die Maschine in Wien-Schwechat.

Nachdem wenige Tage vor der Wiedereinreise die fehlenden Unterlagen nachgebracht wurden, hat die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck grünes Licht für die Visa-Anträge gegeben. Diese wurden innerhalb kürzester Zeit ausgestellt. Arigona und ihre Geschwister konnten mittels Schülervisum wieder einreisen. Mutter Nurie erhielt ein Arbeitsvisum und konnte wieder an ihre alte Arbeitsstelle in einer Geflügelfabrik zurück.

Familie lebt wieder in Frankenburg
Die Zogajs sind in ihre Wohnung in Frankenburg zurückgekehrt. "Die Familie fühlt sich wohl in Frankenburg" und habe dort Freunde, sagte Christian Schörkhuber, Leiter der Flüchtlingsbetreuung in der Volkshilfe Oberösterreich. Arigona und ihre Geschwister haben bereits wieder die Schulbank gedrückt. Mutter Nurie hat ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Flüchtlingsbetreuer: "Sie sind angeschlagen"
"Ich bin persönlich erleichtert", so Schörkhuber. "Aber sie sind zerbrechlich, sie sind angeschlagen." Die Zogajs würden darum bitten, in Ruhe gelassen zu werden. Sie wollen auch nicht fotografiert werden. Sowohl Nurie als auch Arigona seien nach wie vor in medizinischer Behandlung und bräuchten Medikamente, um ein normales Leben führen zu können, wie Schörkhuber erklärte. Vor allem die Verfassung der Mutter, deren Suizidgefährdung immer wieder als Argument gegen eine Abschiebung angeführt worden war, "war für uns ein enormes Risiko".

Unklar ist allerdings noch, ob die Familie für immer in Österreich bleiben kann. "Die Visa sind nur bis Ende 2011 gültig", betonte Deil gegenüber NEWS.at. Danach könne erneut ein Antrag auf Bleiberecht gestellt werden. Dem Ausgang eines solchen Verfahrens sieht der Sprecher der Volkshilfe optimistisch entgegen: "Ich schätze die Chancen positiv ein." Am 15. Juli 2010 ist die kosovarische Familie freiwillig in den Flieger gestiegen, weil der Antrag auf Bleiberecht in Österreich abgelehnt wurde.

FPÖ und BZÖ üben Kritik
Kritik kam umgehend von FPÖ und BZÖ. FPÖ-Chef Strache erklärte, die Rückkehr der Familie sei "wirklich kein Grund zur Freude". Die Zogajs seien "freche Asylbetrüger", die dem österreichischen Staat "jahrelang auf der Nase herumgetanzt" seien und nun würden sie "mit der Ausstellung von Visa belohnt". Auch BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner kritisierte die Wiedereinreise: "Mit der Rückkehr der Zogajs nach Österreich legalisiert Innenministerin Maria Fekter den Asylbetrug in Österreich."

(apa/red)