Zivilbevölkerung in Nordkorea leidet: Nach Sanktionen droht nun Hungersnot im Winter

Schuld: Lebensmittelhilfe-Rückgang aus dem Ausland Problematik wird sich nach Sanktionen verschärfen

Zivilbevölkerung in Nordkorea leidet: Nach Sanktionen droht nun Hungersnot im Winter

Millionen Nordkoreaner sind nach Ansicht des Welternährungs-Programms (WFP) von einer Hungersnot bedroht. Schuld daran sei ein Rückgang der Lebensmittelhilfe aus dem Ausland, erklärte WFP-Sprecher Mike Huggins. Das größte Risiko, wegen Mangelernährung Schaden zu nehmen, bestehe für junge Mütter und ihre Kinder sowie für ältere und Kranke. Schon jetzt seien 37 Prozent aller Kinder sowie 33 Prozent ihrer Mütter mangelernährt. Die UN-Sanktionen werden die Lage weiter verschlechtern.

Huggins zufolge geht die Lebensmittelverknappung vor allem auf die Entscheidung der nordkoreanischen Regierung zurück, vom WFP weniger Direktlieferungen anzunehmen und stattdessen technische Entwicklungshilfe zu erhalten. Daraufhin seien in diesem Jahr nur noch Lebensmittel für 1,9 Millionen Nordkoreaner geliefert worden, während in den Jahren davor rund 6,5 Millionen Menschen von der Unterstützung profitiert hätten. Die Bemühungen Pjöngjangs, selbst mehr Lebensmittel zu produzieren, könnten diese Differenz nicht ausgleichen, zumal die Ernte schlecht ausgefallen sei.

Die am Wochenende beschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea wegen des mutmaßlichen Atomwaffentests werden die Lage weiter verschlechtern, wie Huggins bestätigte. Zwar sind humanitäre Projekte nicht von den Strafmaßnahmen betroffen, doch hat Südkorea seine Hilfen für den Norden schon im Sommer zurückgefahren, nachdem Pjöngjang eine Reihe von Raketen gezündet hatte. China hat laut Huggins in diesem Jahr nur noch ein Drittel der Lebensmittelmenge des Vorjahres geliefert.

(apa/red)