Zitterpartie im Gas-Streit setzt sich fort:
Transit nach Europa stockt in der Ukraine

Moskau und Kiew ergehen sich in Schuldzuweisungen Versorgung in Österreich vorerst noch nicht gefährdet

Zitterpartie im Gas-Streit setzt sich fort:
Transit nach Europa stockt in der Ukraine © Bild: APA/EPA

Auch die zweite Einigung im Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine hat sich zunächst als wirkungslos entpuppt. Trotz vorheriger Beteuerungen floss fast kein russisches Gas über die Ukraine nach Europa, europäische Beobachter bekamen erst verspätet Zugang zu zentralen Gas-Verteilerstationen. Der russische Gazprom-Konzern bezichtigte die Ukraine erneut des Gas-Diebstahls.

Außerdem warf er den USA vor, die Regierung in Kiew dazu angestachelt haben. Gazprom pumpte zwar am Morgen erstmals seit einer Woche wieder für Europa bestimmtes Gas in ukrainische Pipelines, von dem jedoch kaum etwas in Europa ankam.

Moskau und Kiew zerstritten
Dafür schoben einander die Kontrahenten umgehend gegenseitig die Schuld in die Schuhe: Russland warf der Ukraine erneut vor, illegal Gas für den eigenen Gebrauch abzuzweigen. Der ukrainische Versorger Naftogaz sprach von einem Koordinierungsproblem und erklärte, er könne aus technischen Gründen kein Gas in die EU leiten, ohne zunächst mehrere Regionen des Landes mit Gas zu versorgen.

Die Versorgung der Ukraine selbst verweigert Russland jedoch weiterhin, da die beiden Staaten ihren Streit über höhere Preise noch nicht beigelegt haben. Gazprom erklärte in Moskau, das Handeln der Ukraine werde von der US-Regierung gesteuert.

EU enttäuscht, "Sorgenkinder" auf Russland-Besuch
Die EU-Kommission verurteilte erneut, dass die beiden Länder ihren Konflikt auf Kosten der europäischen Verbraucher austragen würden. EU-Kommissionspräsident Barroso äußerte in einem Telefonat mit Ministerpräsident Putin darüber tiefe Enttäuschung.

Bulgarien und Slowakei, die von dem Energieausfall besonders betroffen sind, wollen das Problem mit Russland auf eigene Faust lösen. Putin erklärte, er werde die Regierungschefs beider Länder in Moskau treffen. Deutschland und Österreich können dagegen nach eigenen Angaben noch Wochen ohne russisches Gas auskommen. (apa/red)