Zinsen bleiben im Euroraum bei 2,5%: EZB-Präsident Trichet erwartet Erhöhung im Juni

Seit Dezember hat EZB Zins zweimal angehoben

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen im Euroraum unverändert. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bleibt konstant bei 2,50 Prozent. Das teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Jedoch hat EZB-Präsident Trichet die Erwartung der Märkte auf eine Zinserhöhung im Juni gestärkt.

Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten sprach Trichet jetzt wiederholt von einer "starken Wachsamkeit", mit der die EZB Preisrisiken begegnen werde: "Der Rat wird starke Wachsamkeit ausüben, um sicherzustellen, dass sich Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht nicht materialisieren."

Trichet wiederholte frühere Aussagen, nach denen sich die EZB nicht im voraus auf Zinserhöhungen festlegt. Die bisherigen Konjunkturdaten bestätigten die Einschätzung der Notenbank, dass sich der Aufschwung festigt. Neben der stärkeren Konjunktur erhöhe der Anstieg des Ölpreises die Gefahren für die Preisstabilität, sagte Trichet.

Seit Dezember hat die EZB den lange Zeit historisch niedrigen Zins zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Banken-Volkswirte prognostizieren bis zum Frühjahr 2007 im Schnitt noch drei Zinserhöhungen um ein viertel Prozent auf dann 3,25 Prozent.

Nach jüngsten Daten verstärkt sich der Aufschwung, so dass die EZB mit höheren Zinsen steigender Inflation vorbeugen will. Die Zentralbank sieht angesichts der besseren Konjunktur, hoher Ölpreise und bevorstehender Steuererhöhungen Gefahr für die Preisstabilität heraufziehen. Auch die üppige Geldversorgung der Wirtschaft signalisiert ihr zufolge Inflationsgefahr. (apa/red)