Zielflagge für Cosmos: Sanierung der Nr. 2 am Elektromarkt ist vorerst abgeschlossen

Konkurrenzdruck von MediaMarkt/Saturn steigt stetig FORMAT: Cosmos-Boss verraten ihre Verkauftricks

Zielflagge für Cosmos: Sanierung der Nr. 2 am Elektromarkt ist vorerst abgeschlossen

In Cosmos-Filialen dürfte es künftig etwas lauter zugehen. Denn der für überraschende Handelsideen bekannte Geschäftsführer Thomas Krenn zelebriert den Grundsatz der Kundennähe dort jetzt auf eine im Elektrohandel bisher noch nicht gebräuchliche Art: Kaufinteressenten können künftig Elektrogeräte, vom Epiliergerät bis zum Subwoover, vor Ort ausprobieren.

Die Cosmos-Bosse haben wieder Muße, mit Verkaufstricks zu experimentieren, weil die gröbste Sanierungsphase abgeschlossen ist. Vor einem Jahr hat ein österreichisch-deutsches Konsortium, bestehend aus den Investmentgesellschaften Value Management Services (VMS) und Nordwind Capital, die Kette der Bawag aufgekauft. Laut VMS-Chef Paul Niederkofler ist jetzt Schluss mit den jahrelangen horrenden Verlusten. "Heuer werden bei rund 280 Millionen Euro Umsatz erstmals wieder schwarze Zahlen erwartet", sagt er.

Mitarbeiterstand geschrumpft
Die vergangenen zwölf Monate brachten für Cosmos einschneidende Veränderungen. Obwohl das Filialnetz um drei Standorte in Wien, Graz und Horn auf nun 28 erweitert wurde, schrumpfte der Mitarbeiterstand um 15 Prozent auf etwa 920. 2008 sollen weitere vier Geschäfte dazukommen.

Teile vom Sortiment gestrichen
Auch beim Sortiment gab es Abstriche: Was keine ordentlichen Margen abwirft, flog aus den Regalen. Niederkofler und sein Cosmos-Team handelten den Lieferanten zudem günstigere Einkaufskonditionen ab. Dies mit einem zugkräftigen Argument: Den Cosmos-Eigentümern gehört auch die Kette Niedermeyer, mit der sie nun die Einkaufsmacht bündeln. "Wir haben uns genau angesehen, welche von den beiden Ketten jeweils die besseren Konditionen hatte, und die dann für die Gesamtgruppe übernommen", beschreibt Niederkofler.

Neuer Slogan: "Paaasst"
Um noch mehr Synergieeffekte zu lukrieren, legt Niederkofler jetzt die Cosmos- und die Niedermeyer-Zentrale im 23. Wiener Bezirk zusammen. Der bisherige Cosmos-Sitz in Brunn am Gebirge ist Geschichte. Dazu kommt eine neue Werbelinie: Während sich die Alteigentümer zuletzt mit Hardcore-Sexwerbung aus dem Schlamassel zu helfen versuchten, kümmert sich nun PKP Proximity um den Auftritt. Der Slogan ist auch recht kundennah. "Paaasst", lautet er schlicht. Für Krenn, zuständig für Marketing und Vertrieb, ist dieses Wort "positiv besetzt".

Konkurrenz bleibt stark
Ganz so eitel Wonne, wie Niederkofler und Krenn die Kette jetzt darstellen, ist deren Situation freilich nicht. Schon vor dem Verkauf durch die Bawag galt sie als zu klein, um bei den Dumpingprei-sen von MediaMarkt/ Saturn mithalten zu können. Die Synergien mit dem ganz anders aufgestellten Elektro-Nahversorger Niedermeyer sahen Branchenexperten von Anfang an als gering an.

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