Fakten von

Die Zerstörungswut des IS

Warum die Terrormiliz das Erbe anderer Kulturen für immer vernichten will

Syrien: Mann mit Waffe in der Hand © Bild: APA/EPA

Immer wieder erschüttern Berichte über die Zerstörungswut des IS (Daesh) die Welt. Nicht nur Archäologen und Kulturbeauftragten zieht es bei der Spur der Verwüstung, die die Terrormiliz verursacht, den Magen zusammen. Schließlich werden am laufenden Band Kulturgüter vernichtet, die unwiederbringlich sind. Doch warum tut der IS das?

Das neueste Beispiel der Zerstörungsspur, die der IS nach sich zieht: Das Kloster Sankt Elias, seines Zeichens die älteste christliche Stätte im Irak, liegt in Trümmern. Zuvor blieb etwa in Palmyra, Hatra oder Nimrud kaum ein Stein auf dem anderen. Stellt sich die Frage, was die Terrormiliz davon hat, diese Kulturgüter zu vernichten? Experten sehen gleich mehrere Gründe, die Daesh-Anhänger dazu bringen, weiterhin mit Vorschlaghammer und explosiven Sprengmitteln zu agieren.

1. Es bringt Geld in die Kriegskasse

Krieg kostet Geld. Der IS hat ein gefinkeltes System, um seinen Reichtum zu steigern. Vom Verkauf von Erdöl bis zu Lösegeldforderungen - es gibt zahlreiche Quellen, die Geld in die Kasse spülen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Antiquitäten fremder Kulturen. Die zerstörten Stätten werden nämlich vor der Vernichtung von Grund auf geplündert. Bilder, Statuen, Relikte - für all dies gibt es einen blühenden Markt. 100 Millionen Dollar pro Jahr soll der IS laut US-Experten aus dem Verkauf von geraubten Antiquitäten und Schätzen des Altertums ziehen.

2. Es verschreckt die Öffentlichkeit

Ob Videos von Hinrichtungen, Drohaufnahmen mit Geiseln oder eben Bilder zerstörter Kulturstätten: All dies macht Angst, vor allen den Menschen im Westen. Es zeigt, dass der IS keinen Respekt vor Werten hat, die außerhalb des eigenen Weltverständnisses liegen.

Damit soll verdeutlicht werden, dass nichts und niemand wirklich sicher ist. Die Vernichtungswelle ist somit Teil der geradezu strategisch geplanten Öffentlichkeitsarbeit des IS. Die Terrormiliz zielt darauf ab, ihre Taten zu verbreiten und Unsicherheit zu schüren. Ein Großteil der Medien zeigt deshalb etwa die Videos und Bilder von Hinrichtungen bewusst nicht mehr.

3. Es entspricht dem Allmachtsanspruch

Mehrere Religionen und Weltanschauungen können friedlich nebeneinander existieren und sich akzeptieren? Nicht in der Welt des IS. Die Miliz erhebt einen Allmachtsanspruch, der sich nicht nur gegen das Christentum, sondern gegen sämlicht andere Glaubensrichtungen wendet. Damit sind auch andere Strömungen innerhalb des Islams gemeint, die nicht mit der erzkonservativen sunnitischen Ausrichtung konform gehen.

Gerade diese sind der Terrororganisation ein Dorn im Auge und fungieren als Angriffsziel. Während das Kloster Sankt Elias ja eine christliche Stätte war, sind viele zerstörte Kulturgüter dem islamischen Kulturkreis zuzuordnen. Nur eben nicht jenem, mit der "richtigen" Orientierung, jedenfalls in den Augen des Daesh.

Kommentare

Ich möchte in diesem Leben einen einzigen NEWS-Artikel lesen, zu welchem Du Multiauskenner nichts dazusenfst. Die Info von den Waffenverkäufen der Jihadisten und deren Streben nach Europa hast Du woher?

christian95 melden

Immer mehr Kämpfer verkaufen ihre Waffen und finanzieren sich so ihrer Reise nach Europa. Unsere Kulturdenkmäler werden sie dann schützen und akzeptieren - ich glaubs.

naklaro melden

Österreich liefert auch Waffen nach Saudi Arabien

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