Zerreißprobe für Iraks Regierung: Al-Sadr warnt Al-Maliki vor Treffen mit US-Präsident

Irak-Premier plant Gespräche mit Bush in Amman

Die außer Kontrolle geratene Gewalt im Irak stellt die Regierung in Bagdad immer mehr vor eine Zerreißprobe. Die Abgeordneten und Minister der Bewegung des radikalen Schiitenpredigers Al-Sadr drohten mit Rückzug aus Regierung und Parlament, falls sich Ministerpräsident Al-Maliki wie geplant in Amman mit US-Präsident Bush treffen sollte.

Bei Bombenanschlägen in der Schiiten-Hochburg Sadr-City sind erneut bis zu 200 Menschen getötet worden. Mit einer diplomatischen Offensive bemüht sich unterdessen die US-Regierung um eine Stabilisierung der Lage.

Präsident Bush will bei seinem Besuch in Amman auch König Abdullah II. von Jordanien treffen. Jordanien ist wie Saudi-Arabien ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten. Mit Blick auf die Drohung der Sadr-Bewegung sagte ein Sprecher des Weißen Hauses, Bush halte an seiner geplanten Begegnung mit Al-Maliki fest.

Nach der verheerenden Anschlagserie in Sadr-City erschütterte eine Reihe blutiger Racheakte die sunnitischen Viertel Bagdads. Ein Korrespondent des Nachrichtensenders Al-Arabija berichtete von schweren Zusammenstößen im nördlichen Stadtteil Hurrija, nachdem Bewaffnete dort vier Moscheen in Brand gesteckt hätten. Es habe mehr als 30 Tote gegeben, meldeten arabische Medien. (apa)