Zeqaj-Anwalt hofft auf subsidiären Schutz:
Asyl für Safete auch ohne Genfer Konvention

Fall Zogaj: Keine integrativen Schritte im Kosovo Kleine Kinder brauchen ihre Mutter mehr als Arigona

Zeqaj-Anwalt hofft auf subsidiären Schutz:
Asyl für Safete auch ohne Genfer Konvention

Der Anwalt der kosovarischen Familie Zeqaj, Wilfried Embacher, hofft auf subsidiären Schutz für seine Mandanten. Die bisherigen Asylanträge habe immer der Mann gestellt, daher sei die Gewalt seiner Frau Safete gegenüber nie in den Verfahren berücksichtigt worden, sagte Embacher der "Wiener Zeitung". In der Causa Zogaj schlug Günter Ecker vom Verein für Menschenrechte vor, Arigona mit einem Schülervisum ihre Ausbildung in Österreich beenden zu lassen.

Problematisch ist laut Ecker vor allem die Situation der Zogajs im Kosovo, den er zweimal besucht hat. "Dort werden keine integrativen Schritte gesetzt, die kleinen Kinder gehen nicht in die Schule, sie können auch gar nicht albanisch schreiben", sagt er. Der Mutter habe er klar gemacht, dass ihre kleinen Kinder im Kosovo sie eher brauchen als die 15-jährige Arigona, so Ecker. Arigonas Geschwister, darunter zwei Volksschulkinder, und ihr Vater sind in den Kosovo abgeschoben worden. Die 15-Jährige und ihre Mutter dürfen bis zur einer erwarteten Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) in Österreich bleiben. Bei dieser Entscheidung geht es allerdings nicht um die Ausweisung der Familien sondern um die Nicht-Erteilung einer Erstniederlassungsbewilligung.

Im Fall Zeqaj aus Wieselburg waren die Mutter Safete und zwei Kinder aus Angst vor einer Abschiebung sieben Wochen untergetaucht. Nach ihrem Auftauchen stellte die Frau einen neuen Asylantrag. Der Anwalt hofft aber auf subsidiären Schutz. Dieser wird jenen Menschen gewährt, die zwar nicht die Voraussetzungen der Genfer Flüchtlingskonvention erfüllen, aber trotzdem Schutz benötigen.

(apa/red)