Zellhofer steht vor Rauswurf bei Rapid:
Nach Pleite gegen den GAK brennt der Hut

Coach denkt an Abschied und kritisiert seine Kicker "Kein Schnellschuss": Edlinger hält sich noch bedeckt

Beim SK Rapid herrscht akute Krisenstimmung: Die Art und Weise, wie dem GAK ein 4:1-Sieg im einst gefürchteten "Sankt Hanappi" ermöglicht wurde, brachte nicht nur die Fans zur Weißglut, sondern auch die Klubführung ins Grübeln - der Abschied von Trainer Georg Zellhofer könnte demnächst bevorstehen.

"Nach dem schlechten Frühjahr haben wir gesagt, es muss vom Start weg gut laufen. Das ist speziell nach dem GAK-Spiel nicht der Fall, daher muss man einiges überdenken", erklärte Sportdirektor Peter Schöttel, der sich nicht dezidiert festlegen wollte, ob Zellhofer im kommenden Spiel bei seinem Ex-Klub Pasching noch auf der Bank sitzt. "Davon gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt aus", sagte der Ex-Teamverteidiger.

Vereinspräsident Rudolf Edlinger flog nach dem Spiel in die Ukraine. "Nachdem ich vier Tage weg bin, wird in dieser Zeit sicher nichts passieren", betonte der frühere Finanzminister. "Wir werden jetzt in aller Ruhe überlegen, aber sicher keinen Schnellschuss machen."

Zellhofer selbst ist sich seiner heiklen Situation bewusst. "Natürlich muss man nach so einem Spiel die eigene Position überdenken. Ich kenne die Mechanismen in diesem Geschäft." Der unter Druck geratene Trainer wirkte nach dem 1:4 geknickt und fand für die Leistung seiner Mannschaft drastische Worte. "Da bereiten wir uns eine Woche konsequent vor, haben die Chance auf den dritten Platz und dann machen wir statt einen Schritt vorwärts zwei zurück", klagte der Oberösterreicher und sprach von "kollektivem Versagen" und "katastrophaler Defensivleistung."

"Einige Spieler verstehe ich beim besten Willen nicht"
Tatsächlich erweckten einige Akteure im grün-weißen Trikot nicht den Eindruck, mit letztem Einsatz für ihren Trainer zu spielen. "Das war eine Leistung, bei der mir die Worte fehlen. Einige Spieler verstehe ich beim besten Willen nicht", meinte Zellhofer.

Während der Rapid-Trainer demnächst den Hut nehmen könnte, ist die Position von Lars Söndergaard plötzlich gefestigt - dabei hatte der Däne nach der Rückkehr von Peter Svetits als GAK-Generalmanager als Wackelkandidat Nummer eins gegolten. "Söndergaard hat für diese Mannschaft die richtige Taktik gefunden", lobte Svetits seinen Coach, vergaß aber auch nicht, seinen eigenen Anteil an der Renaissance der "Rotjacken" hervorzuheben. "Ich hatte die Vorgabe vom Präsidium, die Mannschaft so billig wie möglich umzubauen. Das ist gelungen."

Causa Plassnegger geht in die nächste Runde
Der frühere starke Mann bei der Austria will Rapid nun auch abseits des Rasens eins auswischen. In der "Causa Plassnegger" kündigte Svetits zwei neue Verfahren vor dem Bundesliga-Senat 2 an. Zum einen verlangen die Grazer von den Hütteldorfern 194.000 Euro als "Ablösesumme" für den Ex-Teamspieler, zum anderen soll Plassnegger selbst zwei Monatsgehälter Strafe für seinen vor fast vier Monaten erfolgten Vertragsaustritt zahlen.

Die Sperre des Verteidigers würde laut FIFA-Statuten Ende August auslaufen - sagt Rapid. Svetits ist da anderer Ansicht. "Die Sperre hat erst zum Saisonstart begonnen", behauptete der GAK-Sportdirektor. Der Vertragsaustritt von Plassnegger, den der frühere Deutschland-Legionär mit nicht ausbezahlten Gehältern begründete, hatte schon vor Wochen die Bundesliga-Gremien beschäftigt. Zunächst hielt der Senat 2 die Vorgehensweise des Spielers für berechtigt, das Protestkomitee als zweite und in dieser Rechtssache letzte Liga-Instanz revidierte allerdings das Urteil.

(apa/red)