Zehntausende gegen Pensionsreform:
Streik aber ohne großen Auswirkungen

Frankreich: Durchschnittlich jeder zweite Zug fuhr Bei Flügen nur vereinzelt Verspätungen festzustellen

Zehntausende gegen Pensionsreform:
Streik aber ohne großen Auswirkungen © Bild: AP/Paris

In Frankreich haben zehntausende Beschäftigte im Öffentlichen Dienst erneut gegen die Pensionsreform der Regierung gestreikt. Der Ausstand wirkte sich aber weniger schlimm aus als erwartet. Bei der Staatsbahn SNCF etwa ließ nur jeder vierte Beschäftigte die Arbeit ruhen. Durchschnittlich jeder zweite Zug konnte deshalb fahren.

Bei France Telecom beteiligten sich 18 Prozent der Mitarbeiter am Streik, beim Stromversorger EDF rund 14 Prozent. Der Flugverkehr in Paris war nur in Orly leicht gestört. Die Streiks richteten sich gegen die vorgesehene Verlängerung der Rentenbeitragszeiten von 40 auf 41 Jahre ab kommendem Jahr.

Auf Auslandsverbindungen mit Hochgeschwindigkeitszügen wirkte der Streik sich laut SNCF nicht aus; auch zwei von drei innerfranzösischen TGV fuhren normal. Beim U-Bahn- und Nahverkehr in der Hauptstadt Paris blieben Probleme praktisch aus. Stark betroffen vom Ausstand war in der Früh der Metro- und Busverkehr in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille.

Programmausfall bei Öffentlich-Rechtlichen
Auch bei der Fluggesellschaft Air France hatten die Gewerkschaften zum Streik aufgerufen. Zwar fielen in Toulouse, Marseille und Nizza Flüge aus, bei Flugverbindungen zwischen Wien und Paris etwa waren aber nur vereinzelt Verspätungen festzustellen. Gestreikt wurde auch bei der Post, beim Energieversorger GDF und bei den Arbeitsämtern. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fielen teils Programme aus.

Gewerkschaftsführer Bernard Thibault erklärte, die konservative Regierung werde ihre geplante Reform "unter dem Druck der Straße" überarbeiten müssen. (apa/red)