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Zehntausende feiern Messe zum Auftakt des Weltjugendtags

Gedenken an Opfer des Anschlages in Frankreich

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel haben zehntausende Gläubige am Dienstag die Eröffnung des Weltjugendtags (WJT) im südpolnischen Krakau gefeiert. Zu dem sechstägigen Treffen junger Katholiken erwarten die Veranstalter bis zu 1,5 Millionen Teilnehmer. Angemeldet haben sich gut eine halbe Million Pilger aus 187 Staaten, darunter 3.000 aus Österreich.

Gemeinsam mit mehreren hundert Bischöfen, darunter auch die österreichischen Bischöfe Kardinal Christoph Schönborn, Wilhelm Krautwaschl, Manfred Scheuer, Anton Leichtfried und Stephan Turnovszky, feierten die Pilger im Krakauer Blonia-Park die Eröffnungsmesse und gedachten des am Vormittag in Saint-Etienne-du-Rouvray (Frankreich) von Terroristen ermordeten Priesters Jacques Hamel und dem schwerverletzten zweiten Opfer.

Bei einer Pressekonferenz in Krakau rief der Generalsekretär der Französischen Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, eindringlich zum Gebet für Frieden und Brüderlichkeit in Frankreich auf. Er betonte, es gelte jetzt, Pauschalverdächtigungen gegen welche Gruppe auch immer nicht zuzulassen. Dumas erinnerte an den Auftrag des Papstes im Zusammenhang mit dem Jahr der Barmherzigkeit.

Papst Franziskus wird am Mittwoch in Krakau erwartet und will gemeinsam mit den Jugendlichen beten und feiern. Zudem besucht er während seiner ersten Polen-Reise das frühere deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, wo er am Freitag unter anderem Holocaust-Überlebende trifft. Bereits am Donnerstag plant Franziskus einen Abstecher zu dem Wallfahrtsort Czestochowa (Tschenstochau).

Angesichts des Anschlags entschloss sich der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, zur Abreise aus Krakau. Er wolle bei der unter Schock stehenden Gemeinde sein. "Ich schreie zu Gott, zusammen mit allen Menschen guten Willens" sagte er. Die katholische Kirche habe keine anderen Waffen als "Gebete und Brüderlichkeit unter den Menschen."

Der Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, ermunterte die WJT-Teilnehmer beim Eröffnungsgottesdienst, gemeinsam die Sprache des Evangeliums zu sprechen. "Das ist die Sprache der Liebe. Das ist die Sprache der Brüderlichkeit, Solidarität und des Friedens", sagte er laut Manuskript vor den Massen im Blonia-Park nahe des Stadtzentrums.

In Krakau sollen 25.000 Sicherheitskräfte für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Auf den Straßen und Plätzen der Stadt herrschte am Dienstag schon vor der Messe ein buntes, friedliches Treiben. Pilgergruppen aus aller Herren Länder sangen und tanzten gemeinsam, schwenkten die Fahnen ihrer Heimatländer, besichtigten Kirchen oder besuchten Konzerte. Weltjugendtage finden alle zwei oder drei Jahre statt. Rund um den Globus gibt es etwa 1,2 Milliarden Katholiken.

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