Zahl der Raucher in Österreich gesunken: Vor allem Teenager verschmähen Zigaretten

Österreichweit greifen 36 Prozent zum Glimmstängel Skepsis zu Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen

Zahl der Raucher in Österreich gesunken: Vor allem Teenager verschmähen Zigaretten

Um ganze neun Prozentpunkte auf 36 ist seit 2005 die Zahl der Raucher in Österreich gesunken. 28 Prozent sind regelmäßige Raucher, geht aus einer aktuellen Spectra-Studie im Auftrag der Österreichischen Krebshilfe hervor. Mit 34 Prozent ist der Anteil der Raucher unter den Männern höher als bei den Frauen (23 Prozent). Beim Einstiegsalter gibt es im Vergleich zu 2005 keine Veränderungen: die erste Zigarette wird im Schnitt mit 16 Jahren geraucht, der regelmäßige Zigarettenkonsum beginnt durchschnittlich mit 18. Dennoch ist der Rückgang an Rauchern vor allem bei den Jugendlichen feststellbar, erklärte Studienleiter Christian Bauman. Befragt wurden 1.027 Personen ab 15 Jahren.

Gravierende Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern hat die Untersuchung in Sachen Rauchverbote in Lokalen ergeben. So meinen 41 Prozent der Raucher, dass sie rauchfreie Lokale seltener besuchen würden. Umgekehrt würden 45 Prozent der Nichtraucher Lokale, in denen das Rauchen verboten ist, öfter besuchen. Insgesamt würden 43 Prozent der Befragten genauso oft in diese Lokale gehen.

Große Unterschiede machten die Befragten auch bei den Lokaltypen: Für Rauchverbote in Speiselokal sprachen sich 55 Prozent (48 Prozent der Raucher und 61 Prozent der Nichtraucher) aus, bei Kaffeehäusern waren es gesamt nur mehr 30 Prozent (17 Prozent der Raucher und 40 Prozent der Nichtraucher) und bei Bars, Pubs und Beisln lediglich elf Prozent (zwei Prozent der Raucher und 17 Prozent der Nichtraucher). Für ein generelles Rauchverbot in allen Gaststätten, wie es von der Krebshilfe gefordert wird, waren nur 28 Prozent (neun Prozent der Raucher und 41 Prozent der Nichtraucher).

Weniger Jugendliche qualmen
Überdurchschnittlich gesunken ist die in Österreicher vergleichsweise hohe Zahl junger Raucher. Waren 2005 noch 49 Prozent der 15- bis 29-Jährigen regelmäßige Tabakkonsumenten, sind es heuer nur mehr 33 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen ist diese Zahl von 40 auf 31 und bei den Über-50-Jährigen von 26 auf 23 Prozent gesunken.

Einen leichten Anstieg ergab sich beim Einstiegsalter bis zwölf: zehn Prozent haben ihren ersten Glimmstängel in diesem Alter geraucht (2005: acht Prozent), bei den 13- bis 15-Jährigen ging dieser Wert um vier Punkte auf 38 Prozent zurück. Regelmäßig zu rauchen beginnen die meisten (52 Prozent) zwischen 16 und 19 Jahren.

Leicht gesunken sind die Entwöhnungsversuche. Aktuell haben 45 Prozent angegebenen, schon ernsthaft versucht zu haben, mit dem Rauchen aufzuhören, 2005 waren es noch 48 Prozent. Die meisten (67 Prozent) versuchen es "allein mit Willenskraft und ohne Unterstützung". Sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch aufzuhören bei 30 Prozent der Befragten.

Warnhinweise verpuffen größtenteils
Als wirkungslos sehen die meisten Befragten die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen. 31 Prozent meinen, dass diese "wahrscheinlich nichts" bringen und 46, dass sie sicher nichts bringen. 43 Prozent glauben, dass abschreckende Bilder "vielleicht wirksamer" sind, 30 Prozent glauben das nicht. (APA/red)