Zach gesteht Eurofighter-Lobbying: "Aber nur indirekt" über Tätigkeit bei Agentur

LIF-Bundessprecher erledigte Aufträge für EADS Schmidt verteidigt Zach: Habe er niemals abgestritten

Zach gesteht Eurofighter-Lobbying: "Aber nur indirekt" über Tätigkeit bei Agentur © Bild: APA/Pfarrhofer

LIF-Spitzenkandidatin Heide Schmidt hat nun doch eingeräumt, dass das Unternehmen "Eurocontact" von Alexander Zach, dem Bundessprecher des Liberalen Forums, in Sachen Eurofighter tätig gewesen ist. Zach hatte das stets vehement bestritten. Gegenüber einer österreichischen Tageszeitung erklärte Schmidt, Zach habe dies aber nicht für den Eurofighter-Hersteller EADS, sondern "indirekt" über die Agentur "Salaction" getan.

In einer Stellungnahme gegenüber der APA bestätigte das LIF das neue Wording: Für Salaction sei man "im Bereich Medienbeobachtung und Recherchearbeit zum Thema Abfangjäger-Beschaffung" tätig geworden, so ein Sprecher. Für Salaction, das in Sachen Eurofighter-Lobbying auch in Österreich aktiv war, habe die Zach-Firma Eurofighter-Aufträge erledigt, dies habe man auch "nie bestritten", so der Sprecher.

EADS-Aufträge
Schmidt erklärte im "Standard": Zachs Agentur habe für Salaction Aufträge erledigt, auch für EADS. Zach hatte zuvor stets bestritten, für EADS gearbeitet zu haben. Und auch die ablehnende Haltung des LIF gegenüber den Abfangjägern unterstrichen.

Eurofigher-Lobbying durch Zach bzw. seine Firma hatte schon 2006 Hans-Peter Martin vorgebracht. In den vergangenen Tagen tauchten in "News" und anderen Redaktionen umfangreiche Unterlagen auf, die diese Vorwürfe im Detail untermauerten. Laut "News" stammten sie von einer kopierten LIF-Festplatte. Die Lobby-Tätigkeit bestand demnach unter anderem darin, Informationen in heimischen Zeitungen und Zeitschriften zu platzieren und Pressekonferenzen von Eurofighter-Gegnern zu besuchen und dort kritische Fragen zu stellen.

Dass Zach damit an einem Deal verdiente, gegen den er als Abgeordneter - 2006 zog er auf einem SPÖ-Ticket in den Nationalrat ein und stimmte für den Eurofighter-Untersuchungsausschuss - eintrat, ist für Schmidt ein Beweis seiner "Unbefangenheit", sagt sie dem "Standard": Er solle deshalb beim LIF an Bord bleiben. Für seinen Rücktritt sehe sie keinen Grund. Dass er aber nicht mehr Geschäftsführer von Eurocontact ist, sei ihr "sehr recht".

(apa/red)