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Studie - Frauen immer noch selten in der Chefetage

Utl.: Frauenanteil an Führungspositionen in Deutschland leicht
gestiegen =

Berlin (APA/Reuters) - Der Weg von Frauen in den Chefsessel bleibt einer deutschen Studie zufolge nach wie vor schwierig. "Frauen können ihren Rückstand in Führungspositionen in der Privatwirtschaft nur langsam verringern", erklärte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch zum Ergebnis einer Studie. "Kinder und Arbeitsteilung in Partnerschaften sind nach wie vor Karrierehindernisse für Frauen."

Frauen hätten ihren Anteil an Führungspositionen in der Privatwirtschaft in Westdeutschland zwar auf 22 Prozent im Jahr 2004 von 20 Prozent im Jahr 2000 gesteigert. Im Osten sei der entsprechende Anteil auf 28 von 25 Prozent geklettert. Der Frauenanteil bei hohen Leitungsfunktionen und bei Führungsjobs in Vollzeit sei allerdings nicht gestiegen. "Der Anteil von weiblichen Führungskräften mit Kindern ging von 2000 auf 2004 sogar zurück."

Zudem ließen sich Beruf und Familie für weibliche Führungskräfte deutlich schwerer miteinander vereinbaren als für ihre männlichen Kollegen, hieß es. Die Partnerinnen von Männern in leitenden Funktionen arbeiteten meist Teilzeit oder gar nicht. Nur ein Viertel von ihnen sei vollzeiterwerbstätig und nur sieben Prozent hätten selbst Führungspositionen inne. Die familiäre Umgebung von Frauen in leitenden Stellen unterscheide sich davon deutlich, denn ihre männlichen Partner gehen der Studie zufolge mehrheitlich einer Vollzeitarbeit nach und sind zu einem Drittel selbst Führungskräfte.

Entsprechend könnten sich Männer in Chefpositionen überwiegend auf Partnerinnen stützen, die ihre eigene berufliche Karriere zurückgestellt hätten und oft für die Kinderbetreuung zuständig seien, erklärte das Institut. Frauen in Führungspositionen hingegen lebten vor allem mit Partnern zusammen, die selbst genauso großes Gewicht auf ihre berufliche Karriere legten. "Wenig überraschend ist daher, dass weibliche Chefs deutlich seltener Kinder haben als männliche." 2004 lebten nur 32 Prozent der weiblichen gegenüber 53 Prozent der männlichen Führungskräfte in Familien mit Kindern.

Das Institut sprach sich für bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere aus und plädierte vor allem für eine bessere und ganztägige Kinderbetreuung. Mehr Verantwortung sollten hier neben dem Staat auch die Betriebe übernehmen.
(Schluss) itz/cs

APA0275 2006-06-07/12:18

071218 Jun 06