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Umfrage in Wien: Verhütungsverhalten "verbesserungswürdig"

Utl.: Ambulatorium am Fleischmarkt will Beratung intensivieren -
Klinik heißt nun "pro:woman" =

Wien (APA) - Das Ambulatorium am Fleischmarkt in Wien-Innere Stadt, in dem unter anderem Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, hat ab sofort nicht nur einen neuen Namen ("pro:woman") und neu renovierte Räumlichkeiten, sondern auch einen neuen Schwerpunkt: "Wir wollen in Zukunft mehr auf Begleitung und Beratung setzen", sagte Geschäftsleiterin Elke Graf am Dienstag in einer Pressekonferenz. Anlass dafür sei eine Umfrage, die unter Klientinnen und Klienten der Tagesklinik durchgeführt wurde.

Interviewt wurden 300 Personen - 86 Prozent davon Frauen. 82 Prozent der Befragten kamen für einen Schwangerschaftsabbruch ins Ambulatorium. Sie wurden nach ihren Verhütungsgewohnheiten gefragt. Die Antworten, so berichtete Graf, seien "zum Teil erschreckend" gewesen. Nur 46 Prozent hatten verhütet, davon 45 Prozent mit dem Kondom.

36 Prozent gaben an, nicht verhütet zu haben. Als Begründung nannten 38 Prozent, sie hätten nicht gedacht, schwanger zu werden. 22 Prozent meinten, sie hätten nicht geplant, Sex zu haben. Acht Prozent wollten nicht verhüten und bei drei Prozent wollte der Partner dies nicht. 14 Prozent meinten, Verhütungsmittel nicht zu vertragen.

"Das Verhütungsverhalten in Österreich ist verbesserungswürdig", meinte Graf angesichts dieser Ergebnisse. Sie schätzte, dass pro Jahr rund 40.000 Abtreibungen in Österreich durchgeführt werden. Das Ziel von "pro:woman" sei es nun, die Beratung zu intensivieren, um Krisensituationen bzw. Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern. So sei unter anderem die "Pille danach" viel zu wenig bekannt, meinte Graf.

Geworben wird bei "pro:woman" auch für eine Sterilisation bzw. Vasektomie. Laut Klinikleiterin Graf wären laut Umfrage solche Eingriffe für 52 Prozent der befragten Klienten ab dem 40. Lebensjahr denkbar, für 25 Prozent ab 45 Jahren und für immerhin 21 Prozent bereits ab einem Alter von 35 Jahren.

Auch die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, Beate Wimmer-Puchinger, kündigte eine Aufklärungsinitiative an. Großer Handlungsbedarf besteht demnach vor allem bei jungen Männern. Die Stadt Wien startet daher mit Unterstützung des Wiener Programms für Frauengesundheit flächendeckende sexualpädagogische Workshops in Wiener Schulen. Auch ein Aufklärungsvideo sowie Infofolder unterstützen die Kampagne.
(Schluss) mac/ham/ww

APA0370 2006-05-30/13:17

301317 Mai 06