Wurde Militärputsch in Georgien vereitelt? Regierung hat angeblich Pläne aufgedeckt

Finanzierung über Gelder aus Russland gelaufen "Verschwörung mit dem Ziel eines Militärcoups"

Wurde Militärputsch in Georgien vereitelt? Regierung hat angeblich Pläne aufgedeckt © Bild: Reuters/Mdzinarishvili

Die georgische Regierung hat nach eigenen Angaben Pläne für einen Militärputsch aufgedeckt. An den Vorbereitungen seien Personen beteiligt, die Geld aus Russland erhalten hätten, hieß es aus dem Innenministerium. Laut Verteidigungsminister Sicharulidse ist ein Militärstützpunkt bei Tiflis betroffen. Ziel sei die Störung der NATO-Manöver sowie ein "Militärputsch" gewesen.

Die Behörden hätten eine "Verschwörung mit dem Ziel eines Militärcoups aufgedeckt", berichtete das Innenministerium nach Angaben des Staatsfernsehens Rustawi-2. An den Planungen sei der russische Geheimdienst beteiligt gewesen, sagte ein Ministeriumssprecher. Bereits in der Vergangenheit hatte die georgische Führung Moskau mehrfach die Absicht eines Staatsstreichs unterstellt.

Sprengstoffanschlag geplant
Mehrere hochrangige Offiziere der georgischen Armee wurden laut den Angaben festgenommen. Die Soldaten sollen mit russischer Hilfe einen Sprengstoffanschlag bei dem NATO-Militärmanöver in Georgien geplant haben. Russland kritisiert diese Übungen des Militärbündnisses in dem Konfliktgebiet als "Provokation". Die NATO hatte aber Forderungen nach einem Verzicht auf die bis Anfang Juni angesetzten Manöver abgelehnt.

Die Ex-Sowjet-Republik Georgien gehört bisher nicht der NATO als Vollmitglied an. Unter ihrem umstrittenen pro-westlichen Präsidenten Saakaschwili, gegen den es mehrmals zu Massenprotesten kam, strebt das Land aber dorthin. Mit Russland kam es im Vorjahr zu einem fünftägigen Krieg um die von Tiflis abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien.

In der Kaserne Muchrowani nahe Tiflis ist es laut Sicharulidse tatsächlich zu einer Meuterei gekommen. Mehrere hundert Soldaten eines Panzerbataillons weigerten sich demnach, Befehle anzunehmen. Den Meuterern hätten sich auch Zivilisten angeschlossen.

(apa/red)