Würstel oder Kebab? Imbiss-Stand in Wels soll "rein österreichisches Sortiment" führen

Vizebürgermeister: "Es geht um den Branchen-Mix" Kurde wollte neben "Eitriger" & Co. Kebab anbieten

Aufregung um einen Würstelstand gibt es in Wels in Oberösterreich. Die Betreiber wollen zusätzlich Kebab anbieten, müssen aber nach dem Wunsch des Magistrats bei ihrem "rein österreichischen" Sortiment bleiben, berichtete die Welser Rundschau in ihrer aktuellen Ausgabe. Der zuständige Vizebürgermeister Manfred Hochhauser (S) will aber nichts von einem "Kulturkampf" wissen und möchte nun einen Kompromiss finden.

Der Würstelstand in der Welser Innenstadt sei 2005 eröffnet worden. Der damalige Besitzer habe die Auflage gehabt, ein "rein österreichisches" Sortiment zu führen, so die Zeitung. Im Vorjahr hätten ein Kurde und seine Ehefrau, eine türkisch-stämmige Österreicherin, den Stand übernommen. Auch sie boten zunächst nur heimische Klassiker wie Burenwurst, Bosna, Frankfurter oder Bratwürstel an.

Zahlreiche Kunden hätten nachgefragt, wieso es nicht auch Kebab zu kaufen gebe. Diese Anregung sei nicht nur von moslemischen, sondern auch von österreichischen Kunden gekommen, schilderte die neue Standl-Wirtin im Zeitungsinterview. Sie verspreche, das heimische Würstelsortiment beizubehalten, aber "wir brauchen den Kebab-Spieß, um überleben zu können". Zusätzliche wolle das Ehepaar auch Wiener Schnitzel mit Erdäpfel-Salat ins Programm nehmen.

Raumordnungsreferent Hochhauser begründete die Kebab-Ablehnung auf APA-Anfrage mit dem "Branchen-Mix" bei den innerstädtischen Imbiss-Buden. "Es gibt in der näheren Umgebung schon sechs oder sieben Kebab-Stände", deshalb wolle man den traditionellen Würstelstand als solchen erhalten. Dahinter einen "Kulturkampf" zu vermuten, halte er aber für "völlig überzogen".

Es zeichnete sich bereits ein Kompromiss in der Causa ab: Die Betreiber hätten sich mit ihrem Anliegen bisher nicht an die Behörden gewandt, deshalb wolle die Stadt nun den ersten Schritt machen und das Gespräch suchen, erklärte Hochhauser. Sollte der Würstelstand künftig zusätzlich Kebab anbieten, sei ihm das recht. Daneben müsse aber das bestehende Sortiment erhalten bleiben. (apa/red)