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"Soft-Opening" für die neue WU

Rund 3.000 Studenten starten mit der Sommeruni. Offizielle Eröffnung folgt erst später.

Audimax an der neuen WU in Wien © Bild: APA/Fohringer

Offiziell startet das neue Studienjahr an der Wirtschaftsuniversität (WU) erst am 1. Oktober - die ersten Studenten bevölkern aber schon ab heute, Montag, den neuen Campus zwischen Messe und Prater in Wien-Leopoldstadt. Im Rahmen der jährlichen "Sommeruni" werden bis 28. September stark nachgefragte Lehrveranstaltungen, die während des Semesters ausgebucht waren, geblockt angeboten. Durch dieses "Studienbeschleunigungsprogramm" sollen Verzögerungen vermieden und die Uni-Räumlichkeiten besser ausgelastet werden.

Insgesamt werden voraussichtlich rund 3.000 Studenten an der "Sommeruni" teilnehmen. Inhaltlich stehen vor allem die Bereiche Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre auf dem Programm. Die Prüfungen zu den Lehrveranstaltungen finden überwiegend Anfang Oktober statt.

Mit Semesterbeginn am 1. Oktober werden dann 23.000 Studenten und 1.500 Mitarbeiter offiziell ihre Plätze in den Hörsälen und Seminarräumen bzw. ihre Arbeitsplätze am derzeit größten Universitätsneubau Europas und größten Unibau Österreichs beziehen. Die offizielle Eröffnung der ehemaligen Hochschule für Welthandel mit der neuen Adresse "Welthandelsplatz 1" ist für den 4. Oktober geplant.

Der neue Campus mit seinen sechs Gebäudekomplexen auf einer Grundstücksfläche von 90.000 Quadratmetern ersetzt die bisherigen vier Groß- und vier zusätzlich angemieteten Kleinstandorte in den Bezirken Alsergrund und Döbling. Statt sieben gibt es künftig fünf Großhörsäle und 53 statt bisher 35 Seminarräume, das neue Auditorium Maximum fasst 650 Personen (derzeit: 636). Für Studenten gibt es statt bisher 1.000 insgesamt 3.000 Arbeitsplätze.

Bibliothek von Zaha Hadid
Herzstück des neuen Campus ist das von Zaha Hadid geplante Library and Learning Center. Neben diesem gibt es auf insgesamt 35.000 Quadratmetern bebauter Fläche weitere fünf Gebäudekomplexe sowie 55.000 Quadratmeter öffentlich zugänglicher Freifläche. Die Bauzeit auf dem zwischen den U2-Stationen "Messe Prater" und "Krieau" angesiedelte und von Messe, Prater und dem neuen ViertelZwei bzw. der Trabrennbahn Krieau begrenzten Areal betrug 45 Monate.

Das Budget für den Neubau beträgt 492 Mio. Euro plus 46 Mio. Euro für Möbel und Medientechnik. Die Errichtung erfolgt über eine gemeinsame Gesellschaft von Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und WU (Projektgesellschaft Wirtschaftsuniversität Wien Neu GmbH). Nach der entsprechenden Kapitalisierungszeit wird die WU auch Hälfteeigentümerin des Campus.

Umzug aus Platzmangel
Grund für den Umzug war vor allem die Platznot an der WU: Schon bei der letzten Übersiedelung 1982 in das über dem Frachtenbahnhof des Franz-Josephs-Bahnhofs errichtete Universitätszentrum Althanstraße mussten kurz nach Fertigstellung Wohnungen im Umfeld angemietet werden, da der für 9.000 Personen konzipierte Neubau schon beim Einzug knapp 10.000 Personen Platz bieten musste. Mittlerweile hat sich die Studentenzahl an der WU mehr als verdoppelt, auch der Personalstand ist seither stark angewachsen.

Der neue Campus ist auf 25.000 Studierende ausgelegt. Derzeit sind 23.000 Personen inskribiert, wovon allerdings nur die Hälfte prüfungsaktiv ist. An der neuen WU gibt es künftig insgesamt 3.500 bis 4.000 Räume, davon 1.000 Büros. In den 90 Hörsälen bzw. Seminarräumen stehen 5.000 Plätze zur Verfügung. Insgesamt können sich 10.000 bis 12.000 Personen gleichzeitig am Campus aufhalten.

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