Woods fehlt ein Schlag zum US Open-Sieg: Underdog Cabrera gewinnt Golf-Klassiker

Argentinier freut sich über den ersten großen Erfolg Siegerscheck ist mit 1,25 Millionen Dollar dotiert

Woods fehlt ein Schlag zum US Open-Sieg: Underdog Cabrera gewinnt Golf-Klassiker

Der Argentinier Angel Cabrera hat bei der 107. Auflage der US Open seinen ersten Major-Titel geholt. Dabei verwies Cabrera den Weltranglisten-Ersten Tiger Woods sowie dessen US-Landsmann Jim Furyk um einen Schlag auf den geteilten zweiten Rang. Nach einer 69er-Runde zum Abschluss gewann der 37-Jährige auf dem extrem schwierigen Par-70-Kurs im Oakmont Country Club mit insgesamt 285 Schlägen und fünf über Par.

"Das ist ein großartiger Moment für mich", strahlte Cabrera, der seinen Erfolg kaum fassen konnte. "Vielleichte werde ich morgen, wenn ich neben diesem Pokal in meinem Bett aufwache, realisieren, dass ich die US Open gewonnen habe." Cabrera ist nach seinem Landsmann Roberto de Vicenzo (British Open 1967) erst der zweite Südamerikaner, der sich in die Siegerlisten der Major-Turniere eingetragen hat. Er widmete den Triumph auch seinen Fans in Argentinien: "Ich hoffe, sie genießen das. Das ist für sie sie."

Der zweifache US-Open-Champion Woods musste sich auf der Jagd nach seinem 13. Major-Titel - wie schon beim US Masters im April - mit dem zweiten Rang begnügen. "Zweiter zu werden, ist nie ein Vergnügen", sagte der 31-Jährige, der sich die Platzierung mit seinem Landsmann Furyk teilte.

Woods war von der zweiten Stelle in die Schlussrunde gestartet, holte zwar den zuvor in Führung gelegenen Australier Aaron Baddeley ein, die Wende zum Sieg blieb ihm aber verwehrt. Während Cabrera am Schlusstag mit fünf Birdies glänzte, gelang dem Branchenprimus auf den letzten 32 Löchern gerade eines.

Eine Zigarette nach der anderen
Nach dem 15. Loch ging Cabrera um drei Schläge in Führung und wurde dann zusehends nervös. Mit zwei Bogeys und einem Par quälte er sich ins Klubhaus. Dabei rauchte die Nummer 44 der Weltrangliste eine Zigarette um die andere, um sich zu beruhigen. "Viele Spieler brauchen Psychologen und Sportwissenschafter. Ich rauche", meinte Cabrera.

Seine Leistung wurde auch vom Weltranglisten-Ersten hoch anerkannt. "Angel hat eine schöne Golf-Runde gespielt", sagte Woods, der noch nie ein Major gewonnen hat, wenn er nach 54 Löchern zurückgelegen ist. "Er hat uns unter Druck gesetzt, und Jim (Furyk, Anm.) und ich haben es nicht geschafft."

Cabrera ist mit dem US-Open-Erfolg, der ihm 1,225 Millionen Dollar (920.084 Euro) Siegprämie einbrachte, am Höhepunkt einer Tellerwäscher-Karriere angelangt. Er stammt aus einer armen Familie aus Cordoba, wo er mit elf Jahren die Schule verlassen und als Caddie Geld verdienen musste.

Eduardo Romero, unter anderem als zweifacher Sieger des European Masters in Crans Montana bekannt, unterstützte Cabrera in finanzieller Hinsicht und ermöglichte ihm die Laufbahn als Profi. Bisher hatte Cabrera den Sieg bei der European-PGA-Championship 2005 als größten Erfolg vorweisen können.

(apa/red)