"Wollen so viele Details wie möglich": Jan Ullrich in Madrid im Doping-Zeugenstand

Staatsanwalt will Beweise vs. Dopingarzt Fuentes Bonn:"Verbotene Mittel" bei Ullrich seit 2003

Die in der spanischen Doping-Affäre ermittelnde Staatsanwaltschaft von Madrid will Jan Ullrich und Co. als Zeugen in der Hauptstadt des iberischen Landes vernehmen. Alle in den Fall verwickelten Radsportler sollen in den nächsten Wochen vor Ort im Rahmen der Ermittlungen gegen den als Dopingarzt beschuldigten Medizinier Eufemiano Fuentes ihre Aussagen machen.

"Wir wollen, dass alle Fahrer kommen, damit wir so viele Details wie möglich über den Fall erhalten. Die Fahrer sind nicht wegen krimineller Taten angeklagt. Sie sollen nur als als Zeugen so etwa im kommenen Monat erscheinen", liess die Staatsanwaltschaft verlauten. Doping ist in Spanien kein krimineller Tatbestand. Eufemiano Fuentes droht jedoch eine Anklage wegen Verstösse gegen Gesetze der Gesundheitsbehörden.

Staatsanwaltschaft:"Verbotene Mittel" bei Ullrich seit 2003
Die Bonner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der in Spanien ausgehobene Doping-Ring Ullrich bereits seit 2003 mit "verbotenen Mitteln" versorgt hat. Dabei stützt sie sich nach den Worten von Fred Apostel, Sprecher der Anklagebehörde, auf die Ergebnisse des vorliegenden spanischen Polizeiberichtes. "Wir haben keinerlei eigene Erkenntnisse und stützten unser Rechtshilfe-Ersuchen auf die Berichte der spanischen Polizei ... Um die Basis dieses Berichts zu verifizieren, baten wir die spanische Polizei um Mithilfe", erklärte Apostel.

(APA/red)