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Formel 1 könnte bald billiger werden

Laut Toto Wolff sind sich die Teams in der Frage einer Kostenreduzierung einig

Nicol Hülkenberg in Shanghai. © Bild: APA/EPA/Srdjan Suki

Nach Einschätzung von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sind sich die Formel-1-Rennställe in der grundsätzlichen Frage einer Kostenreduzierung einig. Ziel sei es, bis zum nächsten Treffen des Motorsport-Weltrats am 30. Juni Entscheidungen zu treffen, "die allen helfen, nicht nur den kleinen Teams", sagte der Österreicher am Rande des Saisonauftakts im Deutschen Tourenwagen Masters in Hockenheim.

"Es ist die einhellige Meinung bei allen Teams, dass wir die Kosten stark reduzieren wollen." Wolff sprach sich am Sonntag gegen eine starre Ausgabengrenze aus, unter anderem, weil diese bei einigen Rennställen nur schwer zu kontrollieren sei. Daher sei eine "Cost Cap meiner Meinung nach nicht der richtige Mechanismus".

Die Formel-1-Teams waren in der vergangenen Woche in der Streitfrage der Kostenbegrenzung zu einem Krisentreffen in London zusammengekommen. Eine abschließende Lösung scheint weiter offen. Das bereits für 2015 im Grundsatz beschlossene Ausgabenlimit war von der Formel-1-Strategiegruppe, in der nur die sechs größeren Teams vertreten sind, vor wenigen Wochen wieder gekippt worden. Teams wie Red Bull und Ferrari, die pro Jahr mehr als 250 Millionen Euro ausgeben, sperren sich gegen ein Budgetlimit. Sie wollen höchstens eine Senkung der Ausgaben durch neue Bestimmungen im sportlichen und technischen Reglement akzeptieren.

Vettel kritisiert weiter

Sebastian Vettel hat unterdessen die Technikrevolution in der Formel 1 erneut kritisiert. "Wir sind eine Sportart, die dafür berühmt ist, laut und gefährlich zu sein. Wir laufen Gefahr, den Kern des Motorsports und unsere Traditionen zu verlieren", wurde der viermalige Weltmeister in einem "Focus"-Interview zitiert.

Vettel selbst "brauche das Gefühl, einen Drachen oder ein Biest zu zähmen. Doch dieser Eindruck hat im Vergleich zur Vorsaison extrem nachgelassen." Die gravierendste Neuerung der Formel 1 in dieser Saison ist die Wiedereinführung der Turbomotoren. Vor allem der Klang der Aggregate hat heftige Kontroversen ausgelöst.

Unverständnis für neue Regelung

Mit der doppelten Punktzahl für den Sieger des letzten Saisonrennens kann sich Vettel nicht anfreunden. "Meiner Meinung nach macht das keinen Sinn", betonte der deutsche Red-Bull-Pilot, der aktuell nur WM-Fünfter ist. "Ich weiß nicht, was ihn da geritten hat", sagte er über Chefvermarkter Bernie Ecclestone, der treibende Kraft hinter dieser Neuerung war.

Das Schicksal des bei einem Skiunfall schwer verletzten Rekordchampions Michael Schumacher beschäftigt Vettel noch immer sehr. "Es ist schwer für mich, darüber zu sprechen. Ich bin immer noch schockiert", erzählte Vettel. "Michaels Unfall zeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können."

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