Wolferl sorgt wieder für einen Rekord:
Jubiläumsjahr zog Touristen geradezu an

9 Mio. Nächtigungen in Wien, 2,2 Mio. in Salzburg 40 Prozent Besucherplus bei den Gedenkstätten

Wolferl sorgt wieder für einen Rekord:
Jubiläumsjahr zog Touristen geradezu an

Das Geschäft mit dem Wolferl. Am Ende des Jubiläumsjahres sorgt Wolfgang Amadeus Mozart für zufriedene Gesichter bei Kulturveranstaltern, Festivalleitern, Ausstellungsgestaltern, Tourismusmanagern und Süßwarenherstellern. Rekordzahlen werden bei den Gästenächtigungen in Wien und Salzburg erreicht, die Gedenkstätten wurden gestürmt, die Mozartkugeln rollten.

Fünf Millionen Euro hatte die ArGe Mozart, bestehend aus den Tourismusverbänden von Wien und Salzburg sowie der Österreich Werbung, in das Mozart-Marketing investiert. Die Aktivitäten reichten vom einstündigen japanischen Mozart-Film, der via TV zehn Mio. japanische Haushalte und auf den internationalen Flügen der Japan Air Lines rund eine halbe Million Passagiere erreichte, über die Verkleidung des Brüsseler Wahrzeichen Manneken Pis als Mozart bis zu Mozart-Werbung auf 1,5 Mio. spanischen Nescafé-Packungen oder auf 250 Pariser Taxis.

Kulturdestination Österreich
In Wien wird man heuer erstmals über neun Mio. Nächtigungen erreichen, ein Plus von ca. sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Zirka eine Viertelmillion Nächtigungen aus dem heurigen Zuwachs würde ich allein dem Mozartjahr zuschreiben", meint Wiens Tourismusdirektor Karl Seitlinger. In Salzburg überschritt man erstmals die Zwei-Millionen-Grenze und hat mit voraussichtlich 2,2 Mio. Nächtigungen und einem Plus von rund 18 Prozent die Erwartungen weit übertroffen. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, ist von der Nachhaltigkeit überzeugt: "Die weltweite mediale Präsenz des Mozartjahres bringt Österreich auch als zukünftige Reisedestination in die Köpfe potenzieller Gäste."

Wo der Meister wandelte...
Als Publikumsmagneten erwiesen sich jene Stätten, die gewissermaßen Echtheitszertifikat vorweisen können: In den beiden von ihr betreuten Standorten Mozart-Geburtshaus und Mozart-Wohnhaus wird die Salzburger Stiftung Mozarteum bis Jahresende weit über 600.000 Besucher gezählt haben, laut Museumsleiterin Gabriele Ramsauer ein Plus von 40 Prozent gegenüber normalen Jahren. In dem am 27. Jänner als Mozarthaus Vienna nach einem acht Mio. Euro teuren Umbau neu eröffneten ehemaligen Figarohaus hinter dem Wiener Stephansdom rechnet man bis Jahresende mit über 200.000 Besuchern, rund 80 Prozent davon aus dem Ausland. Vor dem Umbau zählte man hier jährlich rund 65.000 Besucher.

Weniger Besucher in den Ausstellungen
Etwas weniger gestürmt als erwartet wurden dagegen die großen Mozart-Ausstellungen: "Viva! Mozart!" im Salzburger Museum Carolino Augusteum dürfte mit 225.000 Besucher hinter dem "Traumziel" von 250.000 bleiben. In der noch bis 7. Jänner geöffneten Schau wurden sehr viele Asiaten, Deutsche und Franzosen, jedoch bemerkenswert wenige Salzburger registriert. "Mozart - Experiment Aufklärung" in der Albertina fuhr mit 275.000 Besuchern ein respektables Ergebnis ein, blieb aber ebenfalls unter der erhofften Zahl von 300.000.(apa/red)