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Wohnungsmarkt Wien:
Nachfrage weiter höher als Angebot

Mieten und Kaufpreise werden weiter steigen

In Wien werden nach wie vor zu wenige Wohnungen gebaut. Die Fertigstellungen steigen zwar, das Angebot bleibt aber deutlich unter der Nachfrage, wodurch die Mieten und Kaufpreise weiter steigen werden. Zu diesem Schluss kommen Buwog und EHL Immobilien in ihrem Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2017, der bei einer Pressekonferenz am Dienstag präsentiert wurde.

Laut Schätzungen der Immobilienbranche werden 2017 rund 8.000 Wohnungen fertiggestellt. Der Wohnungsbedarf werde hingegen als Folge des Bevölkerungswachstums und sinkender Haushaltsgrößen auf etwa 15.000 Einheiten steigen. Die Angebotslücke sei damit zwar kleiner als im Vorjahr, dennoch wachse der Fehlbestand an Wohnungen weiter. "An Kapital und den Kapazitäten würde es nicht fehlen, es gibt einfach zu wenig Bauland", beklagte Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler.

"Faktum ist, dass derzeit mehr Wohnungen gesucht werden als gebaut werden", sagte Buwog-CEO Daniel Riedl. Das werde sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, prognostizierte er. Die Buwog profitiere als Bauträger einerseits von der starken Nachfrage, andererseits leide sie unter den hohen Grundstückspreisen. Um eine Entspannung am Grundstücksmarkt herzustellen, brauche es schnellere Bau- und Widmungsverfahren, forderte Riedl von der Politik.

Sowohl bei den Kauf- als auch bei den Mietpreisen erwarten Buwog und EHL Immobilen eine Steigerung. Der erwartete Mietanstieg bewege sich etwa im Rahmen der Inflation, so Sandra Bauernfeind, Geschäftsführerin von EHL Immobilien. Der Anstieg bei Eigentumswohnungen werde rund drei Prozent ausmachen - in sehr guten Lagen etwas darüber.

Das hohe Preisniveau führe zu immer kleineren Wohnungseinheiten. "Die Grundrisse werden immer effizienter", sagte Bauernfeind. Hatte eine Zwei-Zimmer-Wohnung vor wenigen Jahren noch durchschnittlich 55 Quadratmeter, sind es heute nur noch etwa 45 Quadratmeter. Dadurch würden Nebenflächen wie Abstellräume und Kellerabteile immer wichtiger.

Bauernfeind sieht außerdem den Trend zum Wohnhochhaus. Immer häufiger würden Bürotürme zu Wohnhäusern umgenutzt. Diese Objekte hätten den Vorteil hoher Raumhöhen und flexibler Grundrisse. Meist seien sie außerdem verkehrsmäßig gut angebunden und mit Garagen ausgestattet.

Neue Wachstums-Hotspots entwickeln sich vor allem entlang der U-Bahn-Verlängerungen, besonders entlang der U1-Verlängerung Richtung Oberlaa sowie der geplanten U2-Verlängerung in den Süden. "Gerade im zehnten Bezirk merken wir durch diese Verlängerungen eine sehr starke Aktivität am Grundstücksmarkt", sagte Bauernfeind. In den neuen Stadtentwicklungsgebieten werde bereits eine deutliche Preissteigerung bei den Grundstücken verzeichnet.

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