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So teuer ist unser Wohnraum

Europäisches Mittelfeld: Österreicher zahlt sechs Jahresgehälter für Wohnung

Wohnbau Feature © Bild: Imago

Österreich liegt bei der Leistbarkeit von Wohnungen im europäischen Mittelfeld. Knapp sechs Bruttojahresgehälter benötigt man hierzulande für eine 70 Quadratmeter große Neubauwohnung, errechnete der Beratungskonzern Deloitte. Spitzenreiter ist Israel mit 12,7 Jahresgehältern. Die Belgier müssen hingegen für die eigenen vier Wände rechnerisch nur 3,2 Jahre lang arbeiten.

Grundsätzlich gelte: Je höher die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung eines Landes desto leistbarer der Wohnraum, so Alexander Hohendanner von Deloitte Österreich am Dienstag in einer Aussendung.

Im Leistbarkeitsranking von Deloitte, das 15 europäische Länder sowie Israel und Russland umfasst, spiegelt sich das aber nicht ganz wider. Belgiens reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war zum Beispiel 2014 mit 33.800 Euro niedriger als jenes von Österreich (36.000 Euro), wie Daten des EU-Statistikamts Eurostat zeigen. In Deutschland, wo Wohnraum laut Deloitte im Vorjahr am zweitleistbarsten war, lag das BIP pro Kopf bei 33.100 Euro. Verhältnismäßig am meisten Geld mussten neben den Bewohnern Israels Ukrainer, Russen, Franzosen und Ungarn hinblättern.

Wohnbaumeister Österreich

Deloitte hat auch erhoben, dass Österreich im Vorjahr europaweit die meisten Wohnungen gebaut hat. Pro 1.000 Einwohner wurden hierzulande 5,4 Bauprojekte begonnen, gefolgt von Frankreich (4,5) und Israel (4,3).

Die Wohnungspreise sind in allen untersuchten Ländern weiter angestiegen. In Österreich haben sich Wohnungen um 5 Prozent auf durchschnittlich 2.500 Euro pro Quadratmeter verteuert - Tendenz steigend. Gründe für die Verteuerung seien die stetig steigende Zuwanderung nach Wien, der ungebremste Run der Investoren auf Immobilien, die niedrigen Bankzinsen sowie Änderungen bei der Immobilienbesteuerung, so Hohendanner.

London und Paris am teuersten

Regelrecht nach oben geschnellt sind 2014 die Preise für Neubauten in Irland (+31,7 Prozent), Israel (+25,6 Prozent) und Großbritannien (+21,6 Prozent).

Die teuerste Städte zum Wohnen bleiben London und Paris. In der Londoner Innenstadt kostet der Quadratmeter im Schnitt mittlerweile 14.000 Euro, nach 10.000 Euro im Jahr 2013. Außerhalb des Zentrums der britischen Hauptstadt zahlt man 7.879 Euro. In der Pariser Innenstadt liegt der Quadratmeterpreis bei mehr als 10.000 Euro.

Wien liegt gemeinsam mit Hamburg, Rom und Mailand im Mittelfeld bei 3.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten wohnt es sich in Porto (Portugal), wo eine - gebrauchte - Wohnung Deloitte zufolge lediglich 860 Euro pro Quadratmeter kostet.

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