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40.000 Euro Verlust nach Vermögensberatung

Eigentumswohnung wird für Peter K. (39) aus Niederösterreich zur Kostenfalle

Eine Eigentumswohnung wird für Peter K. (39) aus Niederösterreich zur Kostenfalle. © Bild: Rudi Froese/NEWS

Eigentlich hatte sich Familie K. aus Niederösterreich deshalb an einen Vermögensberater gewandt, damit ihr Probleme und Ärger erspart bleiben würden: 2008 entschloss sich das Ehepaar, eine Eigentumswohnung am Stadtrand von Wien zu kaufen. Bisher hatten Notfallsanitäter Peter K. (39) und seine Frau immer in Mietverhältnissen gelebt. Nun wollte man eine Wohnung, die auch als Wertanlage dienen sollte – schon mit Blick auf die Nachkommen. Doch was als solide Investition gedacht war, entpuppt sich jetzt als teure Angelegenheit.

Da er in Bezug auf die Anschaffung einer Eigentumswohnung völlig unerfahren gewesen sei, habe er einen Vermögensberater engagiert, erzählt Herr K. Durch die Empfehlung eines Freundes sei man an einen Berater gelangt, der für die Deutsche Vermögensberatung Bank AG (DVAG) tätig gewesen sei.

Die deutsche DVAG hat eine Tochter in Wien. Diese ist nicht nur in der Vermögensberatung tätig, sondern besitzt auch eine Bankenkonzession. Durch Vermittlung des Beraters hätten er und seine Frau dann im Juni 2008 auch einen Kredit für den Wohnungskauf abgeschlossen, erzählt Peter K.. Obwohl Kreditgeber eine andere Bank war, sei der DVAG-Berater weiter involviert gewesen. Bei dem Kredit hätte es die Möglichkeit gegeben, von Euro in Schweizer Franken zu wechseln. In der Woche vom 6. Oktober 2008 habe ihn der DVAG-Berater angerufen und eine sofortige Umwandlung in einen Schweizer-Franken-Kredit empfohlen, so Herr K.. Dies sei am 16. Oktober dann tatsächlich durchgeführt worden.

Aufsichtsbehörde warnte.

Pikant ist das deshalb, weil die Finanzmarktaufsicht (FMA) just am 10. Oktober 2008 den Banken „nachdrücklich“ empfohlen hatte, keine Fremdwährungskredite mehr an private Haushalte zu vergeben. In der Finanzkrise hatte sich gezeigt, dass Franken- Kredite massive Probleme verursachen können – unter anderem wegen des Wechselkursrisikos.

So sei es dann auch bei ihm gekommen, erzählt Peter K. im NEWS-Gespräch. Ende 2010 hätte er auf einmal um 20 Prozent mehr Schulden gehabt. Hätte er von der Warnung der FMA gewusst, hätte er einer Konvertierung in Franken nie zugestimmt, so K.. Vor wenigen Wochen wurde der Kredit in Euro rückkonvertiert. Den derzeitigen Gesamtschaden beziffert Rechtsanwalt Ingo Kapsch, der Familie K. vertritt, mit rund 38.400 Euro. Dazu kämen aber weitere – künftige – Belastungen, da Kosten und Zinsen des Kredits nun von einem deutlich höheren Volumen berechnet würden. Familie K. hat kürzlich Klage eingebracht.

Und so hilft NEWS.

NEWS hat bei der DVAG nachgefragt: Man habe sich nichts vorzuwerfen, heißt es in einer Stellungnahme. Nach Bekanntwerden der FMA-Warnung habe man keine Konvertierungen empfohlen. Es seien derzeit keine Fehler der DVAG zu erkennen. Im DVAG-Konzern-Beirat in Frankfurt sitzen prominente Persönlichkeiten – darunter auch ein Österreicher. NEWS hat sich an diesen gewandt und signalisiert bekommen, dass sich die DVAG in Wien einem Gespräch und einer Überprüfung nicht verschließen würde – und zwar auf Vorstandsebene. NEWS bleibt dran!

Kommentare

pinguin pingu

Diese "Verkaufsgespräche" zur Verlustrealisierung, und dadurch zum Nachteil des Kunden wurde in Banken eine eigene Task Force gegründet und mit Mitarbeitern trainiert. Man sollte hier besser recherchieren, das ist ein heikles Thema, bevor man eine Schmutzkübelkampagne startet.

pinguin pingu

Warum der CHF in Euro konvertiert wurde? Weil unsere systemrelevanten Banken so ein"Verkaufsgespräch" mit den Kunden führten, und ihnen das als Währungsrisiko verkauft wurde, in Wirklichkeit wollten die Banken nur Ihr eigenes Risiko minimieren und durch die neuen Basel Gesetze ihre nötige Eigenkapitalquote erhöhen, indem man Fremdwährer wieder in den Euro zurückholt.

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