Haus und Heim von

Österreicher wohnen
am liebsten traditionell

Umfrage zeigt Trend zum Rückzug - Offene Räume eher unbeliebt

Frau öffnet Tür zum Schlafzimmer © Bild: Thinkstock

Sie sehen sich selbst als modern und offen, in Sachen Wohnen schließen Herr und Frau Österreicher aber weiterhin gerne die Türe hinter sich: Verschmelzende oder verschmolzene Raumkonzepte interessieren den Durchschnittsbürger vielleicht für ein Wochenende, in den eigenen vier Wänden lehnt der Großteil Derartiges ab.

THEMEN:

Für sechs von zehn Interviewten stehen Türen für Rückzug und Privatsphäre. Je mehr Personen im Haushalt leben, desto wichtiger werden diese Funktionen, besagt eine repräsentative Umfrage zum Wohnen der Zukunft: Der Markt- und Meinungsforscher Marketagent.com hatte im Auftrag des Türenherstellers Dana 1.017 Netto-Interviews durchgeführt und dabei den einen oder anderen Widerspruch entdeckt - Selbstwahrnehmung und Fakten liegen etwa bei der Umsetzung neuer Wohnideen auseinander. 43 Prozent der Befragten leben in Eigentumshäusern, 38 Prozent in Mietwohnungen. Im Mittel stehen jedem sieben Räume bzw. 100 Quadratmeter zur Verfügung.

Badewanne im Schlafzimmer? Nein danke!

Im Designer-Hotel stört die Badewanne mitten im Zimmer wenig; hier hat die innovative Idee für viele einen gewissen Reiz. Zu Hause kommt die Tendenz zu einem Zusammenwachsen von Schlaf- und Hygienebereich hierzulande aber nicht an. 43 Prozent der Befragten würden sich selbst zwar (eher) als "offenen Wohntyp" bezeichnen, rund zwei Drittel lehnen derartige Ideen eindeutig ab. Viel Licht und eine flexible Raumaufteilung sind zwar etwa im Wohn- und Essbereich interessant, die sogenannten Funktionsräume wie WC, Schlaf- oder Kinderzimmer macht man aber gerne zu.

"Renaissance des Cocooning"

Nur 1,8 Prozent können sich ein Haus ganz ohne Innentüren vorstellen. Dabei übersehen viele Funktionen wie Schall- oder Wärmeschutz, meist geht es um Ruhe, Rückzug und Privatsphäre. Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl interpretiert dies als ein Indiz für eine "Renaissance des Cocooning".

Intimsphäre am stillen Örtchen besonders wichtig

Der Österreicher legt Wert auf seine Intimsphäre: 91,9 Prozent bestehen darauf, ihr Geschäft hinter verschlossenen Türen zu erledigen. Durchschnittlich 85,3 Prozent bestehen auf ein verschließbares Badezimmer, wobei es bei Frauen 89 und bei Männern nur 81,7 Prozent sind. Mehr als die Hälfte schließt die Tür beim Schlafen, knapp vier sperren gar ab. Nur jeder Zwanzigste gab an, bei keinerlei Tätigkeit die Türe zu zu machen.

Innerhalb des trauten Heims wird im Übrigen immer weniger abgesperrt, schilderte Georg Himmelstoß, Geschäftsführer Dana Türen. Schlösser sind bei vielen neuen Innentür-Modellen kaum noch Usus.

Kommentare