Glücklich wohnen von

Welche Wandfarbe
für welchen Raum?

Glücklich wohnen - Welche Wandfarbe
für welchen Raum? © Bild: iStockphoto.com

Mit Wandfarben und Tapeten können Sie Ihre Wohnung nicht nur aufpeppen, sondern auch kleine Räume größer und dunkle heller wirken lassen.

Welche Farbe am besten in welchen Raum passt, das weiß die Farbkuratorin Joa Studholme. Während ihrer 23-jährigen Tätigkeit beim Farbhersteller Farrow & Ball sammelte sie viel Erfahrung auf diesem Gebiet. In "Glücklich wohnen mit Farbe" gibt sie diese weiter. Wir verraten Ihnen, welche Farbe am besten passt, wenn der Raum ...

1. ... zu klein ist.

Platz ist in der heutigen Zeit ein teures Gut. Nicht jeder kann sich eine große Wohnung mit geräumigen Zimmern leisten. Das macht aber nichts. Denn mit der richtigen Farbe wirken auch kleine Räume großzügig. Wobei Sie hier nicht zwangsläufig auf helle Farben setzen müssen. Es geht auch dunkel. Vor allem dort, wo ohnehin nur elektrisches Licht zum Einsatz kommt, wie etwa in der Toilette. Hier darf es schon einmal ein Graublau oder ein sattes, dunkles Grün sein. Beschränken Sie sich aber bitte auf einen einzigen Farbton und achten Sie darauf, dass sich Holzeinbauten wie Sockelleisten farblich nicht zu stark abheben. Ein starker Kontrast lässt den Raum nämlich kleiner erscheinen, als er ist. Wer lieber auf helle Farben setzt, der sollte einheitliche Weißflächen vermeiden und stattdessen auf unterschiedliche Texturen und in Weißtönen gehaltene Muster an den Wänden setzen.

© James Merrell Vermeiden Sie in kleinen Räumen einheitliche Weißflächen

2. ... zu groß ist.

Zugegeben, ein Problem, mit denen sich die Wenigsten von uns herumschlagen müssen. Doch wer einmal einen großen Raum gestaltet hat, weiß, wie schwierig das ist. Immerhin soll er ja einladend und behaglich wirken, während er idealerweise an Großzügigkeit nicht einbüßt. Wer hier auf Farben wie ein warmes, helles Grau oder einen sanften Weißton setzt, strukturiert den Raum, ohne ihm etwas von seinem Charakter zu nehmen. Wer den Raum optisch verkleinern will, versucht sich am besten mit dunklen Farben. Doch ist hier Vorsicht geboten, denn allzu kräftige Farben können, ebenso wie das falsche Muster, schnell aufdringlich wirken. Nichts falsch machen können Sie mit einem sanften Tannengrün, das ruhig auch ins Blau gehen darf. Ebenso in Ordnung geht ein mattes Weinrot. Für Tapeten gilt: Kleine Muster machen den Raum behaglich, große betonen seine Größe. Außer es wird nur eine Wand tapeziert. Dann darf das Muster auch etwas größer ausfallen.

© James Merrell

3. ... zu dunkel ist.

Der Mensch braucht Licht zum Leben. So sollte in den eigenen vier Wänden möglichst viel Tageslicht zur Verfügung stehen. Was allerdings nicht immer der Fall ist. Wie also vorgehen mit einem dunklen Raum? Man könnte meinen, ein weißer Anstrich macht das fehlende Tageslicht wett. Dem ist aber nicht so. Das einzige, was ein heller Anstrich in einen dunklen Raum hineinbringt, ist Langeweile. Viel besser beraten sind Sie dagegen mit ausdrucksstarken, warmen Tönen. Sie verleihen dem Raum einen eigenen Charakter und machen ihn gemütlich. Wer will, kann hier zum Beispiel auf ein dunkleres Grau oder auf Bordeaux setzen. Auf derlei Farben verzichten sollten Sie dagegen in hellen Räumen. Sie würden das natürlich vorhandene Licht lediglich schlucken. Und das ist ja wohl nicht das Ziel. Worauf Sie in lichtdurchfluteten Räumen setzen können, ist zum Beispiel ein helles Graubeige.

© James Merrell Ausdrucksstarke Farben machen einen dunklen Raum behaglich

4. ... zu niedrig ist.

Soll der Raum höher wirken, als er ist, empfiehlt es sich, Wände und Decke farblich möglichst einheitlich zu gestalten. Hierfür eignen sich zum Beispiel verschiedene Weißtöne. Auf diese Weise gehen Wand und Decke nahtlos ineinander über, was wiederum den Raum optisch höher erscheinen lässt. Denselben Trick können Sie anwenden, wenn die Zimmerdecke nicht ganz gerade ist, was bei Altbau-Wohnungen ja oft der Fall ist. Verzichten sollten Sie in beiden Fällen auf starke Kontraste. Sie lenken lediglich die Aufmerksamkeit auf den Übergang zwischen Wand und Decke und führen dem Betrachter so die niedrige Raumhöhe vor Augen. Der Raum wirkt übrigens auch dann höher, wenn die Sockelleisten in derselben Farbe gestrichen sind wie die Wand.

© James Merrell Ist der Raum niedrig, lässt sich das am besten mit fließenden Übergängen zwischen Wand und Decke kaschieren

5. ... zu hoch ist.

Es mag ein Luxusproblem der Sonderklasse sein. Doch auch zu hohe Räume vermiesen einem zuweilen das Wohngefühl. Nämlich dann, wenn sie den Raum kalt und ungemütlich wirken lassen. Hiergegen können Sie vorgehen, indem Sie die Zimmerdecke in einem dunkleren Farbton streichen als die Wände. Dafür eignen sich zum Beispiel unterschiedliche Schattierungen von Champagner oder Taupe, wobei die Decke stets in den dunkleren der beiden Töne getaucht sein soll. Je wärmer die Farbe, mit der Sie die Decke streichen, umso freundlicher wirkt der Raum. Und auch hier können Sie mit dem Einsatz der Sockelleiste den von Ihnen gewünschten Effekt erzielen: Eine Sockelleiste nämlich, die in einer Farbe gestrichen ist, die im Kontrast zur Wand steht, macht den Raum optisch niedriger.

© James Merrell Holzelemente, die sich von der Wandfarbe abheben, lassen den Raum niedriger erscheinen

Das Buch

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