Wohl letzte Chance für "Hickes"Abschuss:
Teamchef bangt gegen Tunesien um Job

"Weil es letzte Gelegenheit ist, mich abzuschießen" Teamchef betont Spielstärke von Gegner Tunesien

Wohl letzte Chance für "Hickes"Abschuss:
Teamchef bangt gegen Tunesien um Job

Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat das Testmatch im Wiener Happel-Stadion gegen Tunesien zu seinem persönlichen "Spiel des Jahres" aufgerufen. Im zwölften und letzten Länderspiel des Jahres geht es laut dem 59-Jährigen nicht nur um einen versöhnlichen Abschluss vor der Winterpause, sondern möglicherweise auch um seinen Job.

"England war für die Anhänger und die Medien das Spiel des Jahres, für mich aber ist es das Tunesien-Match", erklärte "Hicke" und lieferte auf der Pressekonferenz in Lindabrunn einen Tag vor dem Match die Begründung dafür wenige Minuten später: "Weil es die letzte Gelegenheit ist, mich abzuschießen."

Schon bei einer Niederlage im vergangenen Oktober gegen die Elfenbeinküste wäre der Niederösterreicher wohl massiv in Bedrängnis gekommen, nach dem 3:2-Erfolg hatte das ÖFB-Präsidium dem Coach aber einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und ÖFB-Chef Friedrich Stickler nach Sitzungsende verkündet: "Der Teamchef bei der Europameisterschaft wird Josef Hickersberger heißen."

Keine "Self-Fulfilling-Prophecy
Felsenfest überzeugt von dieser Aussage ist Hickersberger aber nicht, auch wenn er seine Wortmeldung über eine mögliche Ablöse "nicht als Aufforderung oder Self-Fullfilling-Prophecy" verstanden wissen will. "Aber ich kenne das Geschäft", betonte der Teamchef, für den das Match den gleichen Stellenwert wie der Test gegen die Elfenbeinküste hat.

Mit einem Sieg gegen die Tunesier wären die letzten Diskussionen aber ohnehin vom Tisch, und genau darauf hofft der Teamchef. Um dies zu bewerkstelligen, sei jedoch eine klare Steigerung im Vergleich zum England-Spiel erforderlich, was das Spiel nach vorne betrifft.

"Wir brauchen sehr viel kontrollierte, aber keine bedingungslose Offensive. Das geht nur, wenn wir aus der Abwehr heraus das Spiel besser aufbauen. Wir wollen den Ball besser zirkulieren lassen und hoffen, dass wir mehr Torgefahr erzeugen können als gegen England", sagte Hickersberger und ergänzte: "Jeder einzelne kann sich in diesem Match eine gute Position im EM-Kader sichern."

Warnung vor Unterschätzung Tunesiens
Ein Erfolg gegen die Tunesier, die zuletzt drei Mal in Folge an einer WM teilnahmen, ist laut "Hicke" ein äußerst schwieriges Unterfangen. "Die Stimmung in Österreich ist sehr gefährlich. Der Gegner ist unbekannt, alle erwarten einen Sieg." Von einer Favoritenrolle Österreichs könne aber keine Rede sein.

"Tunesien hat eine Euphorie im eigenen Land, von der wir nur träumen können, weil Etoile du Sahel vor knapp zwei Wochen die afrikanische Champions League gewonnen hat. Die Spieler dieser Mannschaft sind in Tunesien Helden", warnte der Trainer, für den einige Tunesier gefährlicher als Beckham sind.

Starkreden des Gegners
Um die Kräfteverhältnisse beider Teams zu untermauern, berichtete Hickersberger von einem Telefonat mit seinem ehemaligen Co-Trainer in seiner Zeit in Katar, der die ÖFB-Länderspiele gegen Frankreich und England via TV mitverfolgte und über den tunesischen Fußball gut informiert ist. "Er hat mir gesagt, dass alles andere als ein tunesischer Sieg mit zwei Toren Unterschied für ihn eine Überraschung wäre."

Für eine "Sensation" sollen unter anderem Sanel Kuljic und Roman Kienast sorgen, die erstmals gemeinsam von Beginn an stürmen werden. Über die Mittelfeld-Formation wollte Hickersberger keine Angaben machen. Eine Variante mit zwei defensiven zentralen Mittelfeldspielern ist ebenso möglich wie eine Raute, in der Andreas Ivanschitz den offensiven Part im Zentrum einnimmt.

(apa/red)

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