Woher der Gusto auf Pommes & Co. kommt?
Fettsucht-Gen schuld an ungesundem Essen

Betroffene greifen instinktiv zu den Kalorienbomben Nehmen pro Mahlzeit rund 100 Kalorien mehr zu sich

Woher der Gusto auf Pommes & Co. kommt?
Fettsucht-Gen schuld an ungesundem Essen

Menschen, die eine Genvariante in sich tragen, die mit Fettsucht in Zusammenhang steht, nehmen pro Mahlzeit durchschnittlich 100 Kalorien mehr zu sich. Es wird angenommen, dass rund 63 Prozent der Menschen über diese Variante des Gens FTO verfügen.

Das Team um Colin Palmer von der University of Dundee untersuchte das Essverhalten von 100 Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren. Jene Kinder, die über die Genvariante verfügten, wählten Nahrungsmittel mit mehr Zucker und Fett aus. Daraus wurde geschlossen, dass sie instinktiv von diesen Angeboten mehr angezogen wurden als von den gesünderen.

Kein Einfluss auf Essgeschwindigkeit
Die Genvariante hatte keinen Einfluss darauf, in welcher Geschwindigkeit der Körper die Nahrung abbaute oder wie aktiv die Menschen waren. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass es mit der Genvariante Schwierigkeiten gab zu wissen, wann man satt ist und aufhören sollte zu essen. Was blieb war, dass diese Kinder instinktiv zu den kalorienreicheren Angeboten griffen.

Diät hilft!
Die Studie zeige, dass das Gen nicht ohne zuviel Essen zu Fettsucht führe. Sie sollte daher durch eine sehr sorgfältige Diät in den Griff zu bekommen sein. Die Ergebnisse bestätigten auch die Annahme, dass das starke Ansteigen der Fettsucht eng mit der steigenden Verfügbarkeit von billigem, kalorienreichem Essen in Zusammenhang steht. Für Menschen mit dieser Genvariante könnte dieses Überangebot einfach zu verlockend sein.

Fettsucht-Risiko um 70 Prozent höher
Frühere Studien ergaben, dass Menschen, die eine Kopie der entscheidenden FTO-Genvariante in sich tragen, also rund 49 Prozent der Menschen, über ein um 30 Prozent erhöhtes Fettsucht-Risiko verfügen. Bei zwei Kopien steigt das Risiko auf fast 70 Prozent an. Palmer hält es für wahrscheinlich, dass viele verschiedene Gene bei der Fettsucht eine Rolle spielen. (pte/red)