Woher unsere Bräuche kommen: Vom Osterhasen bis hin zum "Nesterlsuchen"

Viele Traditionen beruhen auf einem heidnischen Kult Umfrage: Wo versteckt man das Nesterl am besten?

Woher unsere Bräuche kommen: Vom Osterhasen bis hin zum "Nesterlsuchen" © Bild: APA/DPA/Pleul

Mit dem Palmsonntag beginnt jedes Jahr die Karwoche und damit auch die Zeit der Osterbräuche. Über viele Jahre hinweg haben sich die unterschiedlichsten Traditionen entwickelt: Angefangen vom Osterhasen über das bunt bemalte Ei bis hin zum "Nesterlsuchen". Doch woher stammen unsere Brauchtümer?

Eine Vielzahl der heute christlichen Gepflogenheiten beruhen auf einem heidnischen Kult.

Die lange Tradition des Ostereis
Das Schenken von bemalten Eiern wurde schon vor 5.000 Jahren in China praktiziert. In vielen Kulturen, wie im alten Ägypten und auch bei den Germanen, galt das Ei als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Das Färben der Eier geht vermutlich auf die viertausend Jahre alte Religion der Yeziden zurück, die im heutigen Armenien und Kurdistan ihren Ursprung hat. Von dort aus verbreitete sich der Brauch bis nach Mitteleuropa. Heute wird das Ei im Christentum als Symbol für der Auferstehung angesehen.

Alte Götter und der Osterhase
Mit dem Osterhasen verhält es sich ähnlich wie mit dem Ei. Der Hase wurde schon in der Antike als Fruchtbarkeitssymbol verehrt. Er wurde sowohl der griechischen Liebesgöttin Aphrodite als auch der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Ostera als heiliges Tier zugeordnet. Dass Meister Lampe als Zeichen der Fruchtbarkeit dient, hat einen einfachen Grund: Eine Häsin bekommt pro Jahr rund drei- bis viermal Nachwuchs.

Als Ostereierbote wird das Hoppelhäschen erstmals im Jahr 1678 von dem Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau erwähnt. Richtig populär wurde der Osterhase erst im 19. Jahrhundert. Frühere Überbringer des Ostereies, wie der Kuckuck (Schweiz) oder der Fuchs (Deutschland), wurden verdrängt.

Osterfeuer
Das christliche Osterfeuer hat seinen Ursprung im heidnischen Frühlingsfest. In vorchristlicher Zeit begrüßte man mit dem Feuer die wieder erstarkende Sonne.

"Nesterlsuchen"
Am Ostersonntag werden traditionell die gut versteckten Osternester gesucht. Das "Nesterlsuchen" lässt vor allem Kinderherzen höher schlagen. Dieser Brauch entstand durch die Kombination von Ostereiern und Osterhasen. Heute findet man neben dem Osterei auch jede Menge Naschsachen und Spielwaren in den Nestern.

(pc)