Wölfe von

Natürliche Förster

Wölfe - Natürliche Förster © Bild: News/Ian Ehm

Naturschützer jubeln, Jäger und Bauern schlagen Alarm: Der Wolf ist zurückgekehrt! Seit 1882 galt der Canis lupus in Österreich als ausgestorben. Nun ist eine Wolfsfamilie in Niederösterreich eingewandert, und das schafft Konflikte. Obwohl nach Schätzungen der Naturschutzorganisation WWF (World Wild Life Found) erst zehn Wölfe in Österreich gesichtet wurden.

Sieben von ihnen leben derzeit in Niederösterreich rund um den Truppenübungsplatz Allentsteig. Ein Elternpaar hat sich dort angesiedelt, um seine fünf Welpen großzuziehen. Ob die künftigen Vertreter der Familie Isegrim jedoch eine unbeschwerte Kindheit und später ein sicheres Leben in Österreichs Wäldern führen dürfen, ist ungewiss.

Vier bis sieben Nachkommen kann ein Wolfspaar pro Jahr in die Welt setzen. Peter Lebersorger, Generalsekretär des österreichischen Jagdverbands, warnt: "Wenn man wartet, bis sich Wölfe in ganz Österreich angesiedelt haben, ist es zu spät. Dann werden jene Städter, die nun den Wolf um jeden Preis schützen wollen, eine Lösung fordern, weil sie nicht mehr wagen, im Wald spazieren zu gehen." Diese Lösung bedeute Reduktion, meint Lebersorger, der vorschlägt, jedes Jahr aus der Wolfspopulation drei zu "entnehmen", das heißt: zu töten.

Ob die Jägerschaft damit natürliche Konkurrenten beseitigt, mag jeder für sich entscheiden. Lebersorger aber stellt die Frage, ob wir Wölfe überhaupt brauchen. Denn: Sie beeinträchtigten die Landwirtschaft, weil sie Schaf-und Rinderherden auf den Weiden bedrohen.

Christian Pichler, Artenschutzexperte beim WWF, stellt klar: "Wenn wir eine gesunde, intakte Natur wollen, brauchen wir Wölfe ebenso wie Biber und Luchse."

Die Wölfe sind mehr als nur räuberische Fleischfresser. Sie sorgen nicht nur für eine natürliche Selektion beim Wild, indem sie kranke und schwache Tiere erlegen, sondern beschützen auch den Baumbestand und fördern sogar den Wuchs bedrohter Bäume. Zahlreiche Baumarten, etwa die Eiche, seien durch den Wildverbiss vom Aussterben bedroht. Die Wölfe aber könnten Rehe und Hirsche auf begrenzte Fressplätze verdrängen und damit Platz für den erholungsbedürftigen Baumbestand schaffen. Der sei für den Erhalt eines ausgewogenen Öko-Systems wichtig.

So könnte Meister Isegrim zum effi zienten Förster werden. Wenn man ihn nur ließe.

Mehr Information: www.wwf.at

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