Wochen nach dem Krieg: Täglich immer noch Opfer im Libanon durch Streubomben

3 bis 4 Tote pro Tag: Ein Drittel davon sind Kinder! Hunderttausende Blindgänger noch immer im Land

Drei bis vier Menschen werden im Libanon einer Menschenrechtsgruppe zufolge seit Ende des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah immer noch täglich durch Streubomben getötet oder verletzt. Ein Drittel der Opfer sind Kinder, wie eine britische Anti-Landminen-Organisation in New York erklärte. Hunderttausende Blindgänger, die jederzeit explodieren könnten, befinden sich ihrer Erhebung nach immer noch an hunderten Stellen im Südlibanon. Lediglich 45.000 Sprengsätze konnten bisher entschärft werden. Es werde noch ein oder zwei Jahre dauern, bis Minensucher die Lage unter Kontrolle hätten.

Seit dem Waffenstillstand, der Mitte August die einmonatigen Kampfhandlungen beendete, starben im Südlibanon nach Angaben von "Landmine Action" insgesamt zwanzig Zivilisten durch Streumunition, 115 weitere wurden verletzt.

Die Grünen forderten derweil in Berlin die Bundesregierung auf, die Herstellung, den Einsatz und den Export von Streumunition per Gesetz zu verbieten. "Diese Art Munition, wie sie zuletzt im Libanon eingesetzt wurde, richtet sich gegen die Zivilbevölkerung - und das muss man ächten", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth der "Berliner Zeitung" laut Vorabbericht.

Zur Streumunition (cluster munition) gehören Bomben, Raketensprengköpfe und Granaten, die in der Luft hunderte kleinere Sprengkörper, so genannte Bomblets, aussetzen und damit gegnerische Ziele auf einer großen Fläche bekämpfen können. Diese Bomblets explodieren entweder dicht über der Erde oder beim Auftreffen. Sie können aber auch mit Sensoren versehen liegen bleiben und erst durch äußere Einflüsse wie magnetische Impulse von Panzerfahrzeugen detonieren.

(apa/red)