WM-RTL Herren von

Ligety führt überlegen

US-Amerikaner im 1. Lauf bereits 1,3 Sekunden vor Svindal und Marcel Hirscher

Ted Ligety, Ski-WM Schladming 2013 © Bild: GEPA/Grebien

Der Herren-Riesentorlauf ist bei der Ski-WM in Schladming wie vermutet zu einem Kampf ausschließlich um Silber und Bronze geworden. Denn US-Titelverteidiger Ted Ligety legte am Freitag schon in Lauf eins 1,30 Sekunden zwischen sich und den Rest der vom Norweger Aksel Lund Svindal angeführten Ski-Welt. Marcel Hirscher (+1,31) war nur eine weitere Hundertstel dahinter Dritter und damit Österreichs größte Hoffnung im zweiten Durchgang (13.30 Uhr, live im NEWS.AT-Ticker).

Der 23-jährige Salzburger war nach einer am Vortag erlittenen Rücken-Blessur leicht gehandicapt angetreten und musste nach dem ersten Lauf sofort wieder behandelt werden. Deshalb, und obwohl ÖSV-Gruppentrainer Andreas Puelacher einen stark drehenden, kräfteraubenden "Anti-Ligety-Kurs" mit wechselnden und zum Teil sehr engen Torabständen gesetzt hatte, war auch Hirscher chancenlos auf eine Halbzeit-Bestzeit.

Marcel Hirscher, Ski-WM 2013
© GEPA/Grebien Marcel Hirscher ist bereits 1,31 Sekunden hinter Ligety zurück. (Bild: GEPA/Grebien

Auch Raich mit dabei

Aufgrund der großen Rückstände befinden sich aber auch die übrigen drei ÖSV-Athleten noch in Medaillen-Schlagdistanz. Zweitbester Österreicher war Routinier Benjamin Raich auf Platz sieben. Mit 1,90 Sekunden Rückstand auf Ligety lag der Tiroler trotz eines Fehlers im Finish nur 0,59 Sekunden hinter dem drittplatzierten Hirscher. Marcel Mathis hat als Neunter gesamt 1,99 Sekunden Rückstand auf Ligety, Philipp Schörghofer als Elfter bereits 2,31.

Der einzige, der Ligety zumindest in Lauf eins fordern hätte können, wäre mit Thomas Fanara einer aus dem Lager der bei diesen Welttitelkämpfen so furiosen Franzosen gewesen. Nur 17 Hundertstel lag Fanara hinter dem US-Amerikaner, ehe er wenige Tore vor dem Ziel stürzte.

Ligety vor drittem Gold

Bekommt Ligety auch Lauf zwei halbwegs fehlerlos ins Ziel, wird ihm nach dem Super-G und der Super-Kombination die dritte Goldmedaille und der Titel des erfolgreichsten Teilnehmers der Schladming-WM nicht mehr zu nehmen sein. "Ich habe wie immer versucht, so sauber wie möglich zu fahren. Ich habe keine Fehler gemacht und werde es gleich anlegen wie im ersten Lauf", gab sich Ligety nach seiner neuerlichen Machtdemonstration völlig unaufgeregt.

"Ich werde kein verrücktes Risiko nehmen, aber doch ordentlich andrücken", erklärte der US-Amerikaner weiter. "Man kann hier sehr schnell sehr viel Zeit verlieren." Der Meinung war auch der Überraschungs-Zweite Svindal: "Ich habe auch geglaubt, dass der Kurs viel zu eng ist für mich. Aber es hat gepasst. Der Vergleich mit Ted ist natürlich nicht so gut", sagte der Abfahrts-Weltmeister.
Raich hat es beim drittletzten Tor "auf den Hintern gesetzt". Das habe sicher ein paar Zehntel gekostet, berichtete der Tiroler, der sich trotz der passablen Zeit nicht gut gefühlt hat: "Das ist mir zu wenig harmonisch, zu wenig rund verlaufen." Dem herausragenden Ligety streute auch Raich Rosen. "Es schaut alles so fein und so rund aus, so würde ich mir das auch vorstellen", meinte er anerkennend.

Auch Schörghofer war nicht zufrieden mit seiner Darbietung. Der Salzburger hatte im oberen Teil "keinen Zug in den Schwüngen", danach wollte er es zu sehr erzwingen. "Jetzt brauche ich einen Traumlauf, dann ist eine Medaille machbar", wusste der sichtlich enttäuschte Schörghofer.

Mathis kündigt volle Attacke an

"Volle Attacke" hat auch der Hohenemser Mathis für das Finale angekündigt: "Nicht rechnen, sondern voll riskieren", sagte der mit 21 Jahren jüngste WM-Teilnehmer aus dem ÖSV-Herrenteam. Zu Ligety meinte er: "Er ist mit Abstand der Beste, da heißt es zu trainieren, trainieren, trainieren, bis man an den einmal herankommt."

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Reaktionen:

Ted Ligety (USA/Halbzeitführender): "Ich habe versucht, so sauber wie möglich zu fahren, und keinen Fehler gemacht. Das war ein sehr guter Lauf. Im zweiten Durchgang werde ich es genauso anlegen."

Aksel Lund Svindal (NOR/Halbzeit-Zweiter): "Mein Lauf war okay. Nur im Vergleich mit Ted war er nicht so gut, aber der ist brutal schnell, das wissen wir."

Marcel Hirscher (AUT/Halbzeit-Dritter) verließ den Zielraum sofort, weil er sich wegen seiner Rückenbeschwerden behandeln ließ.

Benjamin Raich (AUT/Halbzeit-Siebenter): "Beim drittletzten Tor bin ich zu tief hineingekommen, dadurch habe ich sicher einige Zeit verloren. Es ist mir aber auch sonst zu wenig rund und harmonisch gelaufen. Ich werde jetzt im zweiten Lauf noch einmal mein Bestes probieren und ans Limit gehen. Wir werden dann sehen, was dabei rauskommt."

Marcel Mathis (AUT/Halbzeit-Neunter): "Oben habe ich ebenso wie unten bei der Einfahrt in den Zielhang einen Fehler gemacht. Jetzt wird nicht gerechnet, sondern im zweiten Lauf Vollgas riskiert - danach kann ich zum Rechnen anfangen. Ligety ist mit Abstand der Beste, da heißt es Trainieren, Trainieren, Trainieren, bis man an den einmal herankommt."

Philipp Schörghofer (AUT/Halbzeit-Elfter): "Ich bin oben nicht gescheit weggekommen, habe den Ski nicht voll auf Zug gebracht. Dadurch kriegt man einen Stress unterm Fahren, es war nicht gut. Im zweiten Lauf werde ich es hoffentlich besser machen. Beim Ligety hat alles so leicht ausgeschaut, bei mir nicht. Mit einem Traumlauf ist sicher eine Medaille möglich. Wenn ich einen solchen Lauf mache, wie ich mir ihn vorstelle, dann ist das möglich. Ich hoffe, das gelingt mir."

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