WM-Qualifikation von

"Die Witze sind weniger geworden"

Deutschland-Legionäre orten vor dem Quali-Duell größeren Respekt der Nachbarn

Länderspiel, Prödl und Özil © Bild: Getty/AFP/Kubani

Die Zeiten, in denen die österreichische Fußball-Nationalmannschaft in Deutschland als "Jausengegner" gesehen wurde, sind offenbar vorbei. Wie die Deutschland-Legionäre Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl und Martin Harnik vor dem WM-Qualifikationsduell am Freitag in München feststellten, begegnet das DFB-Team der ÖFB-Auswahl mit einer angemessenen Portion Respekt.

"Unserer Nationalmannschaft wird momentan sicher mehr Wertschätzung entgegengebracht als noch vor einigen Jahren. Die Deutschen haben zweimal in Wien gesehen (Anm.: jeweils 1:2 im Juni 2011 und im September 2012), dass wir sie an den Rand einer Niederlage bringen können", sagte Prödl.

Spott und Hohn über die Österreicher haben beim großen Nachbarn deutlich abgenommen, so der Steirer. "Die Witze sind weniger geworden, wir haben uns diesen Respekt aber auch erarbeitet. Andererseits könnte es dadurch für uns schwieriger werden, weil uns die Deutschen hundertprozentig ernst nehmen", befürchtete Prödl und lag damit auf einer Wellenlänge mit Junuzovic.

"Der Respekt ist größer geworden"

Ähnlich äußerte sich Harnik. "Der Respekt ist größer geworden. Den haben wir uns auch erkämpft, deswegen ist er gerechtfertigt", meinte der Stuttgart-Legionär, warnte jedoch im gleichen Atemzug: "Wir sollten uns nicht davon blenden lassen und glauben, wir sind mit den Deutschen auf Augenhöhe, nur weil uns Löw oder Schweinsteiger loben."

Der Offensivspieler trifft in München fast schon auf seinen "Lieblingstormann" - gegen Manuel Neuer gelangen dem 26-Jährigen bereits vier Treffer. "Mir ist das auch schon aufgefallen, dass es gegen ihn gut läuft", schmunzelte Harnik, der wie schon beim 1:2 im September des Vorjahres als Solo-Spitze zum Einsatz kommen könnte. "Aber eigentlich ist es egal, wer ganz vorne spielt, in der Offensive sind wir ohnehin flexibel."

Nicht nur auf den Lucky Punch hoffen

Obwohl Harnik nach seinen Problemen mit dem Hüftbeuger noch immer eine leichte Einschränkung verspürt, ist er schon voller Vorfreude auf das Match gegen den Weltranglisten-Zweiten. "Entscheidend wird sein, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren. Der Glaube an unsere Stärken ist wichtig."

Mit einer Betontaktik werde man in der Allianz Arena nicht agieren, versprach Harnik. "Wir sind keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt und auf den Lucky Punch hofft."

"Riesige Geilheit auf das Spiel"

Während der Offensivspieler so wie Prödl den prominenten deutschen Ausfällen keine große Bedeutung beimessen wollte, könnte das Fehlen von Bastian Schweinsteiger und Co. laut Junuzovic doch positive Auswirkungen für die ÖFB-Auswahl haben. "Wir haben schon eine Chance, wenn man die Ausfälle der Deutschen sieht. Vielleicht passt bei ihnen auch die Abstimmung nicht so. Wir müssen versuchen, ihre kleinen Probleme zu nützen", forderte der 25-Jährige und verglich die aktuelle Stimmung im eigenen Lager mit jener vor dem bisher letzten Duell. "Schon vor dem Heimspiel vor einem Jahr hatten wir eine riesige Geilheit auf das Spiel, jetzt ist es ähnlich."

An der Rollenverteilung habe sich aber nichts verändert, betonte Junuzovic. "Dass die Deutschen von hinten bis vorne Weltklasse sind, ist klar." Mit der Allianz Arena hat der Mittelfeldspieler bisher keine gute Erfahrung gemacht - am 23. Februar dieses Jahres setzte es dort ein 1:6 gegen die Bayern. "Doch immerhin habe ich da zum ersten Mal die Kapitänsschleife von Werder getragen, deshalb war es wenigstens ein bisschen positiv", sagte Junuzovic.

Kommentare

und trotzdem wird deutschland wieder in der letzten minute das siegestor schiessen ... wetten dass..?

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