WM-Qualifikation von

Rezepte für den Sieg

Andreas Herzog und Michael Konsel wissen, wie man gegen Schweden gewinnt

WM-Qualifikation - Rezepte für den Sieg © Bild: GEPA pictures

Andreas Herzog und Michael Konsel haben das Gefühl eines Auswärtssieges gegen Schweden in einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel schon ausgekostet. Die beiden Wiener waren hauptverantwortlich dafür, dass die österreichische Fußball-Nationalmannschaft am 9. Oktober 1996 mit einem 1:0-Sieg im mittlerweile abgerissenen Raasunda-Stadion die Weichen für die bisher letzte WM-Teilnahme 1998 stellte.

Herzog erzielte damals in der 12. Minute den entscheidenden Treffer, Konsel hielt in der 31. Minute einen Elfmeter und lieferte gegen den damaligen WM-Dritten auch viele weitere Glanzparaden ab. "Die Erinnerungen an dieses Match sind mehr als lebendig, das war sicher eines meiner wichtigsten Spiele im Nationalteam. Uns hat dort niemand etwas zugetraut, und dann haben wir gewonnen", sagte Konsel über den ersten ÖFB-Sieg in Schweden nach 64 Jahren.

Nach der Meinung des früheren Roma-Legionärs kann die aktuelle schwedische Auswahl der damaligen Truppe um Martin Dahlin und Kennet Andersson nicht das Wasser reichen. "Die waren damals gespickt mit lauter Stars. Jetzt sticht Ibrahimovic hervor, weil die Schweden ansonsten eine Durchschnittsmannschaft sind."

Der Ex-Goalie wehrt sich gegen die Ansicht, dass Österreich mit der aktuellen WM-Quali-Gruppe Lospech hatte. "Als ich die Auslosung gesehen habe, habe ich sofort gesagt, das ist eine lösbare Aufgabe. Die Schweden und die Iren waren ja auch eine der ersten, die bei der EM 2012 ausgeschieden sind."

"Es gibt keinen Favoriten"

Deshalb sei die Chance auf einen österreichischen Sieg am Freitag durchaus intakt. "Wir sind absolut auf Augenhöhe, es gibt in diesem Spiel keinen Favoriten. Es wird sich zeigen, wer in diesem Spiel die besseren Nerven hat."

Dass die aktuelle ÖFB-Auswahl nicht über dermaßen viel Routine wie jene von 1996 verfügt, sieht Konsel nicht als Nachteil. "Vielleicht hat man als Junger einen Vorteil, weil man unbekümmerter ist. Und die Schweden haben den größeren Druck, weil sie daheim spielen. Wir können eigentlich nur überraschen."

"Mit Freude reingehen"

Für David Alaba und Co. hat Konsel einen Ratschlag parat: "In so eine Aufgabe muss man mit Freude reingehen. Man hat die Chance, etwas Großes zu schaffen, da darf man nicht an mögliche Negativerlebnisse denken."

Aufgrund der jüngsten Darbietungen traut Konsel dem ÖFB-Team zu, in Schweden zu gewinnen. "Auch wenn es Aufs und Abs gegeben hat, war zuletzt eine Entwicklung erkennbar. Die Resultate stimmen, doch es wurde noch nichts erreicht."

Am derzeitigen Einsergoalie Robert Almer hat der frühere Rapid-Schlussmann nichts auszusetzen. "Es war gut von Koller, an ihm festzuhalten. Es hat sich aber auch kein anderer aufgedrängt. Almer hat bis jetzt solide gespielt, doch jetzt kommt die Phase, in der man vielleicht auch als Tormann Spiele gewinnen muss."

Herzog: "Wird ein enges Spiel"

Laut Herzog steht nicht nur Almer, sondern die gesamte Mannschaft auf dem Prüfstand. "Diese Generation ist sehr talentiert. Entscheidend wird jetzt sein, ob sie auf den Punkt die Leistung bringen kann", erklärte der ÖFB-Rekordteamspieler, der die Schweden als leichten Favoriten sieht. "Aber aufgrund der Geschichte der letzten Spiele werden sie sicher gehörigen Respekt vor uns haben. Es wird ein enges Spiel."

Die psychologische Komponente werde entscheidend sein, so Herzog. "Das Team muss sich auf dem Platz selbstbewusst präsentieren und nicht vorher in den Interviews." Ebenso wichtig sei die konsequente Bewachung von Zlatan Ibrahimovic. "Er ist das Um und Auf. Die Schweden haben auch noch andere gute Spieler, aber keine sehr guten."

Herzog hat ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung beim Nationalteam festgestellt. "Es ist wieder ein richtiges Fußball-Fieber entstanden. Deshalb wäre es ganz wichtig, zumindest ins Play-off zu kommen, das wäre in dieser Gruppe schon eine gute Leistung. Aber schlussendlich zählt nur die Qualifikation, und bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

Sollten es Alaba und Co. nicht ins Play-off schaffen, würden sie bald mit Herzog Bekanntschaft machen - in diesem Fall würde am 19. November in Wien ein Länderspiel gegen das US-Team steigen, bei dem der 45-Jährige als Assistent von Chefcoach Jürgen Klinsmann engagiert ist.

Seit Sonntag befindet sich Herzog wieder in Amerika und absolviert mit seiner Truppe die Vorbereitung auf die Duelle mit Jamaika und Panama. Diese Partien haben nur noch statistischen Wert, weil das US-Team bereits für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert ist.

Zusammenarbeit wohl verlängert

Nicht zuletzt deshalb scheint eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Verband nur noch Formsache zu sein. "Da wird es in den nächsten Tagen sicher Gespräche geben. Mir macht dieser Job sehr viel Spaß", sagte Herzog.

Kommentare

eh kloar ,die zwei obergscheid´n.

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