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Koller glaubt an die Sensation

"Ich bin keiner der sagt, in Deutschland können wir eh nichts ausrichten."

Marcel Koller beim Länderspiel gegen Griechenland © Bild: APA/Gindl

In der WM-Qualifikation wird es heiß für Österreich. Am Freitag wartet Deutschland in der Münchner Allianz Arena, am folgenden Dienstag steigt der Kracher gegen Irland in Wien - und dort soll die Basis für den zweiten Gruppenplatz und die damit verbundenen Play-off-Teilnahme gelegt werden. ÖFB-Teamchef Marcel Koller glaubt an Österreichs Möglichkeiten und eine Sensation gegen Deutschland.

Drei Punkte gegen Irland, einer gegen Schweden und drei gegen die Färöer - ist das die Marschroute, die das Nationalteam ins Play-off bringt?
Koller:
"Ich stelle grundsätzlich vor Spielen keine Rechnungen auf, das sollte man auch nicht machen. Mit drei Punkten gegen Irland kann man nicht rechnen, genauso wenig mit einem Unentschieden gegen Schweden, nicht einmal mit einem Auswärtssieg gegen die Färöer, wenn man sich die Geschichte anschaut. Deswegen ist es wichtig, dass wir immer aufs nächste Spiel schauen, und das ist Deutschland. Und ich bin keiner sagt, der sagt, in Deutschland können wir eh nichts ausrichten."

Was halten Sie von der These, dass es besser wäre, gegen die übermächtigen Deutschen einige Stammspieler zu schonen, um vier Tage später gegen die Iren besser bei Kräften zu sein?
"Ich denke nicht, dass wir das machen. Ein Profi weiß, wie er sich bei einem Drei-Tage-Rhythmus erholen muss. Die Vorbereitung auf das Irland-Match beginnt erst unmittelbar nach dem Deutschland-Match."

»Am obersten Level spielen«

In Deutschland hat das ÖFB-Team seit 1931 nicht mehr gewonnen - was muss passieren, damit sich das ändert?
"Wir müssen am obersten Level spielen. Jeder muss viele Kilometer abspulen und fokussiert sein. Wir müssen unser Konzept konsequent umsetzen, und dann brauchen wir noch das Quäntchen Glück."

Bekamen Ihre Hoffnungen auf eine Sensation durch das 0:2 gegen Griechenland einen Dämpfer?
"Keinen großen. Das ist auch schon wieder fast drei Wochen her, die Spieler haben jetzt einen besseren Rhythmus. Es war enttäuschend, dass wir gegen Griechenland nach den Gegentoren nicht die Mentalität gezeigt haben, um das Spiel noch umzudrehen. Aber so etwas kann immer wieder passieren. In den Qualifikationspartien haben die Spieler ihre Leistungen praktisch immer abgerufen."

Waren Sie nach dem Griechenland-Match von einigen Spielern persönlich enttäuscht?
"Nein. Aber dieses Match mit der kurzen Vorbereitungszeit hat gezeigt, dass unsere Philosophie noch nicht automatisch in den Köpfen der Spieler ist. Dafür brauchen wir mehr Zeit, und die haben wir vor den Partien gegen Deutschland und Irland."

»Spieler kennen Ideen«

Sie nahmen zuletzt immer nur kleine Änderungen am Kader und an der Anfangsformation vor. Hat es zuletzt vielleicht deswegen nicht funktioniert, weil es zu wenig Konkurrenzdruck gab?
"Das kann sein. Ich mache mir darüber Gedanken. Vielleicht muss man da einmal etwas ändern. Auf der anderen Seite kennen die aktuellen Kaderspieler unsere Ideen. Wenn Neue zum ersten Mal dabei sind, sind drei Tage vorbei, bis sie sich anpassen können. Bei einem Freundschaftsspiel zum Beispiel sind sie zu Hause, bevor sie überhaupt wissen, worum es geht."

Aber könnten nicht auch Änderungen an der Startelf, die aus dem aktuellen Kader heraus vorgenommen werden, zielführend sein?
"Auch darüber denke ich nach. Doch das haben wir gegen die Elfenbeinküste (Anm.: in einem Testspiel im November 2012 in Linz) gemacht, und dann haben wir 0:3 verloren."

Die WM-Qualifikation neigt sich dem Ende zu - und damit auch Ihr laufender Vertrag. Wie ist der aktuelle Stand bei den Verhandlungen um eine Verlängerung?
"Wir diskutieren das nicht in der Öffentlichkeit. Wenn es etwas zu vermelden gibt, wird der ÖFB das machen."

Kommentare

Oliver-Berg

Die Deutschen spielen in Qualis immer hochkonzentriert. Wenn die Ösis nicht schon vor der letzten Viertelstunde von den Deutschen überrannt werden, dann kriegen wir wohl ein bis zwei dumme Tore aus mangelnder Konzentration, Kondition und Klasse. Die Statistik ist da eindeutig. Wir haben seit 1938 kein Wunderteam mehr.

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