WM-Qualifikation von

ÖFB-Team für Schweden gerüstet

"Wir wissen, dass wir sie schlagen können" - Harnik erwartet Spiel auf Augenhöhe

Martin Harnik und Marko Arnautovic beim Training © Bild: GEPA pictures/Christian Ort

Laut Martin Harnik ist die österreichische Fußball-Nationalmannschaft für das wohl entscheidende WM-Qualifikationsmatch um Platz zwei in Gruppe C gerüstet. Seine Zuversicht schöpft der Stuttgart-Legionär vor dem Duell mit Schweden am Freitag (20.45 Uhr/live im NEWS.AT-Ticker) in Solna unter anderem aus dem 2:1-Sieg gegen die Skandinavier im vergangenen Juni in Wien. "Aufgrund dieses Spiels wissen wir, dass wir sie schlagen können. Wir sind mit den Schweden schon während der gesamten Qualifikation auf Augenhöhe", sagte der 26-Jährige.

Beim Match im Happel-Stadion zählte Harnik zu den stärksten Spielern auf dem Platz, holte den von David Alaba verwandelten Elfmeter heraus und bereitete den zweiten ÖFB-Treffer durch Marc Janko vor. Zu Saisonbeginn konnte er bei Stuttgart - auch aufgrund einer Verletzung - an diese Leistung nicht anknüpfen, doch zuletzt ging es am Samstag mit seinem Tor gegen Werder Bremen wieder aufwärts.

"Seit langem hat es wieder Licht statt Schatten gegeben, ich habe Selbstvertrauen getankt. Ob ich diese Form beibehalten kann, wird sich am Freitag zeigen", erklärte Harnik, dem die Vorfreude auf das Duell mit Zlatan Ibrahimovic und Co. deutlich anzumerken ist. "Es könnte kein größeres Finale als dieses Spiel geben. Zum ersten Mal in meiner Teamkarriere geht es bis zum Ende einer Qualifikation um etwas."

Goldener Mittelweg zwischen Angriff und Verteidigung

Die ÖFB-Auswahl müsse in Schweden den goldenen Mittelweg zwischen Angriff und Verteidigung finden, mahnte der 39-fache Internationale (9 Tore). "Wir werden uns nicht hinten reinstellen, aber auch nicht auf Teufel komm raus alles riskieren", kündigte Harnik an und wollte nicht von einer Reifeprüfung sprechen. "Wir sind froh, die Chance zu haben, den zweiten Platz zu erobern."

Diese Gelegenheit will Aleksandar Dragovic unbedingt nützen. "Damit das gelingt, müssen wir uns aber etwas zutrauen und nicht so ängstlich spielen wie gegen Deutschland", betonte der Innenverteidiger. Dragovic hofft in der "Friends Arena" auf ein Ende der tristen ÖFB-Auswärtsserie. "Wir müssen uns einfach etwas zutrauen. Die Schweden haben auch nur zwei Beine."

Ähnlicher Ansicht war Veli Kavlak. "Wir müssen auswärts mehr tun. Wenn man zu einer WM fahren will, müssen wir auch außerhalb Österreichs punkten und gewinnen. Jetzt haben wir die Chance zu zeigen, dass wir es auch in fremden Stadien können."

Großer Respekt vor Ibrahimovic

Großen Respekt zeigte der Besiktas-Mittelfeldspieler vor Schwedens Topstar Zlatan Ibrahimovic. "Man muss ihn sofort bei der Ballannahme stören und darf ihn nicht in Eins-zu-Eins-Situationen kommen lassen."

Dass man den Goalgetter auch mit einem Tritt gegen seine lädierte Wade ausschalten könnte, ist für Kavlak keine Option. "So etwas macht man nicht. Man wünscht niemandem eine Verletzung."

Auf die Gesundheit des PSG-Stürmers wird wohl auch die türkische Referee Cüneyt Cakir achten, der laut Kavlak zu den Besten seiner Zunft gehört. "Er pfeift in der Türkei alle großen Derbys, weil er dem Druck standhält - ein sehr guter Schiedsrichter."

Nach Angaben des Wieners sitzen die Gelben Karten bei Cakir nicht allzu locker, was ein Vorteil für Österreich sein könnte. Kavlak, Dragovic, Harnik, Christian Fuchs, David Alaba, Emanuel Pogatetz, Florian Klein, Andreas Weimann, Sebastian Prödl, Marc Janko und Philipp Hosiner wären bei einer Verwarnung in Schweden im abschließenden WM-Quali-Match am Dienstag auswärts gegen die Färöer gesperrt.

Windtner traut ÖFB-Team Sieg zu

ÖFB-Präsident Leo Windtner traut der Nationalmannschaft einen Sieg zu. Die Truppe sei stark genug, um auch vor 50.000 Fans zu reüssieren und danach den Einzug ins WM-Play-off zu schaffen, betonte der Oberösterreicher. "Es ist eine tolle Sache, in der Qualifikation so weit gekommen zu sein, dass wir jetzt ein richtiges Endspiel haben. Die Mannschaft ist voll konzentriert. Wir wissen, dass die Punkte in Schweden hoch hängen, aber jeder wird alles geben", versprach Windtner.

Die miserable ÖFB-Auswärtsbilanz interessiert den 63-Jährigen nur peripher. "Sich auf Statistiken zu berufen, ist fehl am Platz. Das ist ein komplett neues Spiel, und die Mannschaft ist eine andere als in den vergangenen Jahren", betonte Windtner.

Eine Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien wäre laut dem ÖFB-Präsidenten eine "tolle Sache für den gesamten österreichischen Fußball". Allerdings dürfe man bei einem Scheitern nicht gleich in Depressionen verfallen. "Ich lehne es ab, jedes dieser Entscheidungsspiele zu einem Gottesurteil über den österreichischen Fußball zu machen. Die Grundtendenz stimmt, das ist das Wichtigste."

Sollte die Nationalmannschaft in Schweden verlieren, müsse man den Blick so schnell wie möglich nach vorne richten. "Es wäre ein gewaltiger Erfolg, wenn wir uns für Brasilien qualifizieren. Aber unser deklariertes Ziel ist, bei der EM 2016 dabei zu sein, das ist ein absolutes Muss", erklärte Windtner.

Kommentare

christian95 melden

Unerheblich wie in der Politik. Wir sind die Größeren und Besten.....
Wenig später landen wir am Boden der Tatsachen.

christian95 melden

sorry ueberheblich....

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