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Italien kann sich Ticket sichern

Sieg gegen Tschechien reicht zur Quali für Brasilien. DFB braucht Schützenhilfe.

Alberto Gilardino gegen Bulgarien © Bild: 2013 AFP/Getty Images/Paternostro

Die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft geht auch in Europa auf die Zielgerade. Am Dienstag kann sich Italien als erstes UEFA-Team mit einem Sieg gegen Tschechien aus eigener Kraft das Ticket für Brasilien 2014 sichern. Deutschland, die Niederlande und die Schweiz bedürfen für eine vorzeitige WM-Teilnahme der Hilfe der Konkurrenz.

Italiens Chancen vor dem Auftritt in Turin stehen bestens. Mit 17 Zählern aus sieben Spielen führt der noch ungeschlagene Vizeeuropameister die Gruppe B souverän an. Hinter der Squadra ist indes ein Vierkampf zwischen Bulgarien (10), Tschechien, Armenien und Dänemark (alle 9) um den zweiten Platz voll im Gang. Bulgarien tritt am Dienstag auf Malta an, Dänemark ist in Armenien im Einsatz.

Fast ebenso wie das Rennen um das WM-Ticket ist bei Italien Gianluigi Buffon im Mittelpunkt. In seiner Heimstätte steht der Juventus-Torhüter vor seinem 136. Länderspieleinsatz, womit er mit seinem ehemaligen Clubkollegen und Rekordhalter Fabio Cannavaro gleichziehen würde. "Ich wünsche mir, dass es ein Fest für uns alle wird. Der Rekord ist eine Befriedigung, aber das nur, wenn wir das Ticket für die WM lösen", winkte Buffon bei vorzeitigen Glückwünschen aber ab.

Buffon hält Sieg fest
Beim 1:0-Erfolg gegen Bulgarien war "Gigi" einmal mehr Fels in der Brandung, Italiens Presse überschlug sich mit Lob für den 35-Jährigen. "Ich glaube nicht, dass ich etwas Spezielles vollbracht habe", gab sich Buffon aber gewohnt bescheiden. Gegen die vor dem Tor harmlosen Tschechen (7 Treffer in 7 Spielen) dürfte er nicht allzu sehr beschäftigt werden.

Gegen Tschechien kehren die zuletzt gesperrten Mario Balotelli und Pablo Osvaldo wieder ins Team zurück. Das extrovertierte Sturmduo soll den Gästen ordentlich Probleme bereiten. "Italien greift an mit den Bad Boys", titelte "Tuttosport". Balotelli sorgte jedenfalls auch vor der Partie für Wirbel. Der Milan-Stürmer fehlte bei einem inoffiziellen Treffen mit Integrationsministerin Cecile Kyenge. Medienberichten zufolge blieb er in seinem Hotelzimmer. Später entschuldigte sich der 23-Jährige per SMS.

Niederlande in Andorra
Die Niederlande planen nach dem bisher einzigen kleinen Ausrutscher ihrer WM-Quali-Kampagne - einem 2:2 in Estland - in Andorra drei Zähler ein. In Gruppe D sechs Punkte vor Rumänien liegend, wäre für die "Elftal" das Ticket nach Brasilien bei einem Ausrutscher des Verfolgers in Bukarest gegen die Türkei gebucht. Das Fehlen des gesperrten Arjen Robben sollte für die Mannschaft von Louis van Gaal beim Fußball-Zwerg verkraftbar sein.

Schweiz in Norwegen
Die Schweiz tritt in Gruppe E bei Verfolger Norwegen an. Im Fall eines Dreiers in Oslo müssten sich die Eidgenossen noch ein wenig gedulden, ehe die Partie zwischen Island und Albanien beendet ist. Bei einer Punkteteilung in Reykjavik wären sie durch. Andererseits werden die Schweizer von der Konkurrenz mehr bedrängt, als dies die Tabelle auf den ersten Blick suggeriert: Verliert die Schweiz die Auswärtsspiele in Norwegen und Albanien, muss sie vor der letzten Partie gegen Slowenien sogar um den Play-off-Platz zittern.

England in Kiew
Spannung verspricht der Auftritt von England in Kiew. Die zuletzt viermal in Serie erfolgreichen Ukrainer könnten mit einem Heimsieg in Gruppe H an die Tabellenspitze vorstoßen. Aktuell nehmen diese die Briten punktegleich vor den spielfreien Montenegrinern sowie einen Zähler vor den Osteuropäern ein. In der Ukraine setzte sich England zuletzt bei der EM 2012 in Donezk etwas glücklich mit 1:0 durch.

Englands Trainer Roy Hodgson muss nach den Verletzungen von Wayne Rooney und Daniel Sturridge sowie der Gelb-Sperre von Danny Welbeck in der Offensive umbauen. Der mit 31 Jahren spät berufene Rickie Lambert soll es nun richten. Der Southampton-Angreifer hat mit zwei Toren in zwei Länderspielen zumindest eine hervorragende Quote. Vor seinem 100. Länderspiel für die "Three Lions" steht Chelseas Frank Lampard.

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