WM-Nachwehen von

Mustafi: "Gauchogate ist lächerlich"

DFB-Kicker nehmen erstmals Stellung zu ihrem Tänzchen, das für großen Wirbel sorgte

DFB-Kicker tanzen - Gauchogate © Bild: Markus Gilliar - Pool /Getty Images

Das hätten sich Mirsolav Klose, Andre Schürrle, Shkodran Mustafi, Mario Götze, Roman Weidenfeller und Toni Kroos wohl nicht gedacht. Ein harmlos gedachtes Späßchen auf der Berliner Fan-Meile - mittlerweile als Gauchogate bekannt - wurde zu einem internationalen Konflikt zwischen den WM-Finalisten Deutschland und Argentinien. Nachdem zahlreiche Journalisten und Politiker Stellung bezogen haben, meldet sich mit Shkodran Mustafi erstmals einer der "Provokateure" zu Wort.

"Das ist meiner Meinung nach einfach lächerlich", kann der Sampdoria-Genua-Legionär im Hessischen Rundfunk die Aufregung nicht verstehen. "Wir sind Weltmeister geworden. Wir wollten feiern. Für uns war das einfach ein Gesang, und wir wollten keinen lächerlich machen."

"Respektlos uns gegenüber"

Stattdessen geht der Verteidiger, der sich im Achtelfinale gegen Algerien verletzt hatte, in die Offensive. Ihm und seinen Kollegen Respektlosigkeit vorzuwerfen, ist für ihn unverständlich. Es sei "einfach lächerlich und respektlos uns gegenüber, dass man so was dann in den Medien schreibt."

Zur Erinnerung noch einmal der Grund der Aufregung: "So gehen die Gauchos, die Gauchos, die gehen so", sangen die DFB-Kicker in gebückter Haltung, ehe sie sich erhoben und weitergrölten: "So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so."

"Schnapsidee" (Welt), "üble Persiflage" (FAZ), "unsportlich" (Grünen-Politiker Jürgen Trittin) oder "polemisch" (Ole) waren nur einige der Attribute, mit denen der Auftritt der DFB-Kicker versehen wurde. Ein uruguayischer Journalist bezeichnete die Neo-Weltmeister gar als "ekelhafte Nazis".

Rückendeckung von Podolski

Für Lukas Podolski, am Gauchogate nicht direkt beteiligt, typische Reaktionen. "Es gibt immer Leute, die was zu meckern haben", kommentierte der Arsenal-Star am Mittwoch in Köln, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist jedenfalls bemüht, die Wogen zu glätten und hat versichert, einen Brief an Julio Grondona zu schreiben. Dem argentinischen Verbands-Boss möchte er so klar machen, dass "die Aktion in keinster Weise despektierlich gemeint war."

Kommentare

derpradler

daher lieben wir sie ja so sehr, diese Großkotzer!

Sind halt doch nur DEITSCHE! haha

Da könnte man jetzt glatt sagen Shkodran Mustafi klingt ja richtig deutsch. Mal sehen was der dazu sagen würde.

Gelberdrache
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Die deutschen haben ja gut gespielt,da gibt es nichts zu meckern,aber die überheblichkeit der deutschen ärgert mich.Was währe gewesen,wenn die anderen gewonnen hätten und die deutschen währen verspottet worden?Das hätte bestimmt niemand gefallen,oder????

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das ist die letzten Jahre immer wieder vorgekommen, dass auch die deutschen nach verlorenen endspielen ihr fett weg bekommen haben und das wurde vielleicht kurz erwähnt und fertig... das ist normal und weder bösartig noch sonst irgendetwas

Heinz-Dieter Bender melden

Typisch Deutsche Arroganz. Solange sie im "ausländischen" Revier waren, haben sie sich von der Schokoladenseite gezeigt. Kaum in der Überzahl, wird die Sau rausgelassen. Ich kann nicht erst jemanden beschimpfen und hinterher sagen, es war nicht so gemeint - wie war es dann gemeint?
Ich hatte mich auch gefreut, als sie gewonnen haben, war aber nicht so gemeint.

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