Brasilien von

Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Der Zoo am Rasen

Wenn "Wüstenfüchse" "Elefanten" jagen: Die Spitznamen der Nationalteams

WM-Maskottchen © Bild: imago/Xinhua

Ein kleiner Zoo und fast die gesamte Farbpalette: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft geht es ziemlich tierisch und sehr bunt zu. Da spielt nicht einfach Italien gegen England, sondern auch die "Squadra Azzurra" gegen "The three Lions". Bei den Spitznamen der Nationalteams geht es um Kunst, Kreativität und Kult, aber auch viele Klischees.

Die "Drachen" müssen auf jeden Fall gegen die "Super Adler" antreten. Im Achtelfinale könnten es die "Elefanten" mit den "drei Löwen" zu tun bekommen. Und das mit Spannung erwartete Duell zwischen "La Roja" und "Oranje" endete bekanntlich mit einer blamablen 1:5-Klatsche der "Roten".

Nur Deutschland hat keinen

Etliche Mannschaften haben originelle Spitznamen. Nur Deutschland bildet die absolute Ausnahme: Das Team von Trainer Joachim Löw hat als einziges der 32 WM-Teilnehmer keinen.

Kreative Afrikaner

Andere fußballverrückte Fans sind origineller. Vor allem die Afrikaner sind bei den Kosenamen ihrer Kicker sehr kreativ. So hoffen Nigerias "Super Eagles" auf einen Höhenflug in Brasilien. Kameruns "unzähmbare Löwen" sind ihrem Ruf zumindest bei der knappen Niederlage gegen Mexikos "El Tri" nicht gerecht geworden. Und auch die "Elefanten" aus der Elfenbeinküste konnten Japans "Blaue Samurai" erst nach der Einwechslung von Routinier Didier Drogba "niedertrampeln".

Der Tierpark

Algeriens "Wüstenfüchse" ("Les Fennecs"), die altbekannten englischen "Three Lions", Bosnien-Herzegowinas Drachen ("Zmajevi") oder das australische Fabelwesen "Socceroos", eine Wortkombination aus Soccer und Kangaroos, vervollständigen den Tierpark.

Farben

Nicht gerade einfallsreich, aber naheliegend sind die an Farben orientierten Spitznamen. Das traditionelle Trikot ist hier die Grundlage. Argentiniens weiß-himmelblaue "Albiceleste", Uruguays rein himmelblaue "Celeste" oder die ganz blauen Italiener ("Squadra Azzurra") und Franzosen ("Les Bleus") sind längst echte Markenzeichen.

Rot ist gleich zweimal prominent in Gruppe B vertreten. Spanien und Chile heißen identisch "La Roja". Am Mittwoch muss eines der beiden Teams jedoch das Alternativ-Hemd überstreifen. Die Spanier hießen früher übrigens "die rote Furie" (Furia Roja), als sie noch mehr auf Kampf als auf ihren Kurzpasszauber Tiqui-Taca setzten.

Jeweils auf die Nationalfarben zurückzuführen sind Mexikos "El Tri" und Ecuadors "La Tri". Das gilt auch für Kroatiens rot-weiß karierte "Kockasti". Bei den Niederlanden bleibt die Wahl zwischen "Oranje" und "Elftal".

Einfach haben es sich die Anhänger von Costa Rica ("Los Ticos) und Honduras ("Los Catrachos") gemacht: Team und Bevölkerung haben den gleichen Spitznamen. Honduras' Mannschaft heißt zudem "La Bicolor" (Die Zweifarbigen), die US-Amerikaner werden als "Yanks" angefeuert.

Simple Wörter

Beliebt ist auch das simple Wort Auswahl: Rekord-Weltmeister Brasilien ist schlichtweg die "Seleção", Russland die "Sbornaja" und die Schweiz die "Nati". Iran ist das "Team Melli" (persisch für "National"). Bei Portugal ("Seleção das Quinas") wird zudem Bezug auf das Wappen in der Nationalflagge genommen, was auch bei England gilt.

Griechenlands "To Piratiko" ist schon überraschender, da die Hellenen nicht gerade als Seeräuber berühmt sind. Kolumbiens "Kaffeepflücker" ("Los Cafeteros") versenkten das "Piratenschiff" dann auch gleich beim Gruppenauftakt. Belgien drückt den "Roten Teufeln" die Daumen, Ghana den "Schwarzen Sternen".

Südkorea hat als einzige Mannschaft einen martialischen Spitznamen: Die "Taeguk Warriors" (Krieger des Taeguk) sollen beim Kontrahenten Angst und Schrecken verbreiten.

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