WM 2014 von

WM ohne Weltfußballer

Die Gruppenphase ist fast vorbei und Portugals Chancen auch. Wo bleibt Ronaldo?

WM 2014 - WM ohne Weltfußballer © Bild: imago/GlobalImagens

"Ich bin zwar nicht bei 110, aber bei 100 Prozent. Aber das ist genug, um der Mannschaft helfen zu können", sagte Weltfußballer Ronaldo noch in typisch selbstverliebter Art vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Wenn sich der Gute da mal nicht geschnitten hat: Nach den ersten zwei Spielen hat Portugal einen glücklich erkämpften Punkt, ein armseliges Torverhältnis von 2:6 und Ronaldo gerade einmal einen Assist. Was ist los mit dem weltbesten Fußballer?

Der Assist zum Ausgleich beim 2:2 gegen die USA kam in allerletzter Sekunde zwar vom "Großmeister" selbst. Das täuscht aber dennoch nicht darüber hinweg, dass die größte Stütze Portugals ihrem Ruf nicht gerecht wird. Nach 112 Länderspielen und 49 Toren im Stiefel ist Tormaschine "CR7" gehörig ins Stottern geraten. Ein guter Grund dafür dürfte freilich die Patellasehnen-Entzündung sein, die den Real-Superstar schon seit Wochen behindert und offensichtlich noch immer nicht ausgeheilt ist. Da nützt es nur wenig, dass Ronaldo bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die USA geäußert hat, dass er seit Beginn seiner Profikarriere jeden Tag Schmerzen habe und das sowieso gewohnt sei. Das ist aber nur eine Seite der portugiesischen Medaille, die nicht glänzt.

Ronaldo ist nicht alleine

Miguel Veloso, Teamkollege des amtierenden Weltfußballers, ist dieser Tage einer der wenigen, der - wenn auch unbewusst - andeutet, weshalb Ronaldo nicht glänzt. In einem Interview schimmerte die leichte Beschwerde durch, dass Portugal eben nicht nur Ronaldo sei und die Medien den Fehler begehen würden, sich ausschließlich auf ihn zu konzentrieren. Bingo. Fußball ist ein Mannschaftssport.

Es mag zwar sein, dass Portugal nicht gut ist, weil Ronaldo (nach einer sensationellen Saison bei Real) ein wenig außer Form ist. Genauso ist aber auch der Umkehrschluss zulässig, dass Ronaldo nicht gut ist, weil die restliche Mannschaft nur ein Schatten ihrer selbst ist. Wichtige Spieler wie Coentrao, Almeida und Postiga sind nicht verfügbar und Aktivposten wie Nani oder Mereiles laufen nach einer anstrengenden Saison genauso wie der große "CR7" ihrer Form hinterher.

Glanzlose Portugiesen

Wie man diese portugiesische Medaille also auch drehen und wenden mag: Sie glänzt heuer nicht. Und ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, wäre es auch besser für alle Beteiligten, dieses traurige Kapitel schnell abzuhaken. Kann passieren, die nächste EM steht sowieso schon bald vor der Tür. Und das sogar ohne "lästige" Amerikaner.

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