Gruppe G von

WM 2014: Team-Check Portugal

Cristiano Ronaldo und Co. garantieren Spektakel, wenn der Superstar spielen kann

Portugal-Teamfoto © Bild: Gualter Fatia/Getty Images

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Portugal.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

PORTUGAL

Steckbrief

Verband: Federacao Portuguesa de Futebol
WM-Teilnahmen: 5 - zuletzt 2010
Erfolge: Dritter 1966
Teamchef: Paulo Bento

Die Qualifikation

Vielleicht ist das alles so inszeniert. Vielleicht müssen sich die Portugiesen regelmäßig durch die Qualifikation quälen. Vielleicht passt der Fußball so einfach besser zum Fado, dem von Tragik und unglücklicher Liebe geprägten Musikstil der Iberer. Hätte die "Seleccao" (Kann im Unterschied zur brasilianischen Auswahl auch mit zwei "c" geschrieben werden) das vorletzte Gruppenspiel gegen Israel nicht mit 1:1 verpatzt, wäre sie wohl direkt nach Brasilien geflogen. So aber mussten die Fans noch etwas zittern, durften so allerdings einem historischen Playoff gegen Schweden beiwohnen. Nach einem 1:0-Sieg Portugals im Hinspiel - das Tor schoss natürlich Cristiano Ronaldo - verkam das Rückspiel zum Privat-Duell der Superstars. Ronaldo eröffnete, Zlatan Ibrahimovic sorgte per Kopf und Freistoß für die Wende, ehe "CR7" noch einmal nachlegte und sein Team mit zwei weiteren Toren endgültig zur Endrunde schoss.

Der Superstar

Wie wichtig Cristiano Ronaldo ist, hat nicht erst der Triplepack gegen Schweden gezeigt. Bei der Heim-EM 2004 noch unter den Fittichen von Altstar Luis Figo, entwickelte sich der auf der Blumeninsel Madeira geborene Offensiv-Akteur von einem verspielten Ballkünstler zu einer Tormaschine und einem absoluten Leader. Mittlerweile hat "CR7" 110 Länderspiele absolviert, ist mit 49 Treffern Rekord-Torschütze und Kapitän von Portugal. Keine Mannschaft hängt wohl so sehr an einem einzigen Spieler. Kaum vorstellbar also, dass gerade dieser Mannschaft ihr Star abhanden kommt. Doch eine Patellasehnen-Entzündung, die den Real-Stürmer schon seit Wochen behindert, sorgt für ein dickes Fragezeichen nicht nur hinter einem Einsatz im Eröffnungsspiel gegen Deutschland.

Ronaldo oben ohne
© Lars Baron/Getty Images

Jogi Löw dürfte wohl einer der wenigen sein, dem eine Verletzung Ronaldos nicht unangenehm wäre, Trauer würde indessen bei allen anderen herrschen: Bei den vielen Frauen, die bei der WM auf neuerliche Strip-Einlagen des Schönlings hoffen; bei den Fußball-Ästheten, die sich an der bestialischen Dynamik des Weltfußballers einfach nicht sattsehen können; bei den Sponsoren, Friseuren und Sportartikelherstellern, für die der 29-Jährige die "Cash Cow" schlechthin ist und nicht zuletzt bei Lionel Messi. Weil der kleine Argentinier am liebsten im direkten Duell beweisen will, dass er der Bessere ist.

Der Kader

PositionNameVerein
TorBetoFC Sevilla
-EduardoSporting Braga
-Rui PatricioSporting Lissabon
AbwehrAndre AlmeidaBenfica Lissabon
-Bruno AlvesFenerbahce Istanbul
-Fabio CoentraoReal Madrid
-Joao PereiraValencia
-NetoZenit St Petersburg
-PepeReal Madrid
-Ricardo CostaValencia
MittelfeldJoao MoutinhoAS Monaco
-Miguel VelosoDynamo Kiew
-Raul MeirelesFenerbahce Istanbul
-Ruben AmorimBenfica Lissabon
-William CarvalhoSporting Lissabon
AngriffCristiano RonaldoReal Madrid
-EderSporting Braga
-Helder PostigaLazio
-Hugo AlmeidaBesiktas Istanbul
-NaniManchester United
-RafaSporting Braga
-VarelaFC Porto
-VieirinhaVfL Wolfsburg

Der prominenteste Abwesende in Portugals 23-Mann-Kader ist der 30-jährige Porto-Stürmer Ricardo Quaresma, der im Frühjahr wieder starke Leistungen gezeigt hat.

Vergessene Legenden

Eusebio auf der Tribüne
© Michael Regan/Getty Images

Am 5. Jänner diesen Jahres musste die Welt Abschied nehmen von Eusebio da Silva Ferreira, kurz Eusebio . Der in Portugiesisch-Ostafrika, dem heutigen Mozambique, geborene Fußball-Star starb im Alter von knapp 72 Jahren in Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt sollte auch das Zentrum der Karriere des Ausnahme-Mittelstürmers bilden. Von 1960 bis 1975 spielte "La Pantera Negra" (Der Schwarze Panther) für Benfica und sammelte mit den "Adlern" zehn Meistertitel, fünf Pokalsiege und einen Europacup der Landesmeister. Angesichts von 638 Toren in 614 Spielen kann behauptet werden, dass Eusebios Anteil der größte war. Im Vergleich zur Benfica-Quote wirken 41 Treffer in den 61 Partien für Portugal ja geradezu schwach und doch sollte der spätere Amerika-Legionär die Iberer zu ihrem größten Erfolg der WM-Geschichte führen. 1966 schoss Eusebio sein Team zu Platz drei, geschlagen nur vom späteren Weltmeister England. Es sollte die einzige WM-Teilnahme bleiben und dennoch würdigte die FIFA den Goalgetter per excellence mit Platz neun im Ranking der größten Fußballer des 20. Jahrhunderts. Sein Ableben hatte eine dreitägige Staatstrauer zur Folge, weswegen unschwer zu erraten ist, wem ein möglicher WM-Triumph Portugals gewidmet werden würde.

Die Chancen

Cristiano Ronaldo ist das unangefochtene Alphatier, doch das Herzstück der "Selecao" befindet sich hinter dem Stürmer. Das "3-M-Mittelfeld" mit Monaco-Denker Joao Moutinho, Fenerbahce-Abräumer Raul Meireles und Kiew-Antreiber Miguel Veloso zeigte schon bei der EURO 2012 seine Wichtigkeit. Dazu gesellen sich eine solide und vor allem kopfballstarke Innenverteidigung sowie starke Torleute. Portugal besitzt zudem die nötige Kaderdichte und Turniererfahrung, um in Brasilien zu bestehen. Und Akklimatisierungsprobleme sollte es in der ehemaligen Kolonie ohnehin nicht geben.

NEWS.AT-Tipp

Als Gruppenzweiter hinter Deutschland steigt Portugal auf, beendet im Achtelfinale alle Träume der Belgier, bleibt dann jedoch eine Runde später selbst auf der Strecke.

Kommentare