Gruppe D von

WM 2014: Team-Check Uruguay

Nach großen Schwierigkeiten in der Quali folgen große Möglichkeiten in Brasilien

Uruguay Teamfoto © Bild: GEPA pictures/ Christian Walgram

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Uruguay.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

URUGUAY

Steckbrief

Verband: Ausociacion Uruguaya de Futbol
WM-Teilnahmen: 11 - zuletzt 2010
Erfolge: Weltmeister 1930 und 1950
Teamchef: Oscar Tabarez

Die Qualifikation

Beinahe wäre Uruguay in der schwierigen Südamerika-Qualifikation auf der Strecke geblieben. Nach gutem Beginn fiel die "Celeste" (Die Himmelblaue) in ein kleines Loch und holte aus Spielen gegen Kolumbien (0:4), Ecuador (1:1), Argentinien (0:3), Bolivien (1:4), Paraguay (1:1) und Chile (0:2) nur zwei Punkte. Das metaphorische Schiff nach Brasilien schien plötzlich ohne den letzten Gewinner einer dort veranstalteten Weltmeisterschaft abzulegen. Dank eines guten Finishs und vor allem der Siege bei den direkten Konkurrenten Venezuela (1:0) und Peru (2:1) schnappte sich Uruguay allerdings noch einen letzten Schwimmreifen namens Interkontinental-Playoff. Dort ließ man gleich im Hinspiel in Jordanien nichts anbrennen und erstickte alle Hoffnungen des Fünften der Asien-Qualifikation mit einem 5:0-Sieg im Keim.

Der Superstar

Luis Suarez im Testspiel Uruguays gegen Österreich
© GEPA pictures/ Christian Walgram

"WM in Gefahr?" - So titelten uruguayische Medien, nachdem sich Luis Suarez am vergangenen Donnerstag einer Knie-Operation unterziehen musste. Seitdem blicken die Fans im kleinen aber umso fußballverrückteren Land auf jeden Schritt der Genesung ihres Stürmerstars. Ein Ausfall würde den zweifachen Weltmeister hart treffen, wurde der LIverpool-Legionär doch zum Spieler der Saison gewählt und dank seiner 31 Tore in der Premier League - gemeinsam mit Cristiano Ronaldo - mit dem "Goldenen Schuh" für den besten Torjäger Europas ausgezeichnet. Ohne Tore des 27-Jährigen würde der WM etwas fehlen, ohne seine Eskapaden auf dem Platz umso mehr. Kaum ein Spieler wird von derart vielen gegnerischen Fangruppen verabscheut. Suarez hat sich diesen wenig schmeichelhaften Ruf allerdings selbst zuzuschreiben. Wer seine Gegenspieler rassistisch beleidigt oder gar beißt (!), der kann noch so viele Tore schießen. Man mag ihn einfach nicht. Außer man ist Uruguayer. Oder Liverpool-Fan. Oder Mike Tyson.

Der Kader

PositionNameVerein
TorFernando MusleraGalatasaray Istanbul
-Martin SilvaVasco Da Gama
-Rodrigo MunozClub Libertad
AbwehrDiego LuganoWest Bromwich Albion
-Diego GodinAtletico Madrid
-Jose Maria GimenezAtletico Madrid
-Martin CaceresJuventus Turin
-Maximiliano PereiraBenfica Lissabon
-Jorge FucileFC Porto
-Sebastian CoatesNacional Montevideo
MittelfeldEgidio Arevalo RiosMonarcas Morelia
-Walter GarganoFC Parma
-Diego PerezFC Bologna
-Alvaro GonzalezLazio Rom
-Alvaro PereiraFC Sao Paulo
-Cristian RodriguezAtletico Madrid
-Gaston RamirezFC Southampton
-Nicolas LodeiroBotafogo
AngriffLuis SuarezFC Liverpool
-Edinson CavaniParis St. Germain
-Diego ForlanCerezo Osaka
-Cristian StuaniEspanyol Barcelona
-Abel HernandezUS Palermo

Uruguays Fußball-Teamchef Oscar Tabarez setzt auf Kontinuität. Nur der 37-jährige Stürmer Sebastian Abreu fehlt von den Starspielern jener Mannschaft, die 2010 im Spiel um den dritten Platz 2:3 gegen Deutschland verloren hatte.

Vergessene Legenden

Alcides Ghiggia mit dem World Cup
© MIGUEL ROJO/AFP/Getty Images

"Maracanaco" ist in Brasilien heute noch ein geflügeltes Wort. Es bezeichnet das entscheidende Spiel bei der letzten Heim-Weltmeisterschaft im Jahr 1950. Die "Selecao" begeisterte während des Turniers mit Zauberfußball und wollte sich vor knapp 200.000 Zusehern im Estadio Maracana von Rio de Jaineiro zum Weltmeister krönen. Die Brasilianer, die durch Friaca auch erwartungsgemäß in Führung gingen, hatten ihre Rechnung aber ohne Alcides Ghiggia gemacht. Zunächst bereitete der Außenstürmer den Ausgleich zum 1:1 durch Juan Schiaffino vor, dann stürzte er durch den Siegtreffer zum 2:1 zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ein ganzes Land in kollektive Trauer. Seinem Karriere-Hoch folgte zwei Jahre später ein tiefer Fall, als er nach einer Attacke gegen den Schiedsrichter für ein knappes Jahr gesperrt wurde. Dies forcierte allerdings auch Ghiggias Wechsel nach Italien, wo er für die Roma, den AC Milan und letztlich auch das italienische Nationalteam auflief. Wenn im Maracana das diesjährige Finale angepfiffen wird, schwebt auch der Name Ghiggias über der Arena. Zum Wohle der brasilianischen Fußball-Seele sollte aber niemand in die Fußstapfen des "Traumtöters" treten. Sonst wird die Arena zum Schluss gar noch abgerissen.

Die Chancen

Uruguay verfügt über eine starke Defensive und exzellente Stürmer. Dazu kommt die Erfahrung des Teams und der Glauben an die eigene Stärke. Dem vierten Platz bei der letzten WM ließ die "Celeste" den Titel bei Copa America folgen. Zusammenfassend: Uruguay wäre eigentlich ein heißer Tip auf den Titel. Wenn, ja wenn da nicht diese problematische Qualifikation mit vielen mäßigen Leistungen gewesen wäre.

NEWS.AT-Tipp

Die "Urus" setzen sich in der schweren Gruppe mit Italien und England durch und überstehen auch das Achtelfinale. Eine Runde später ist dann aber Endstation.

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